Kroatiens Staatspräsident verfehlt Wiederwahl

Zagreb (DT/sb) Der Präsident Kroatiens, Ivo Josipovic, lag am Sonntag in der ersten Runde zur Neuwahl des Staatsoberhauptes nur knapp vorne. 38,5 Prozent votierten für eine zweite Amtszeit des Sozialdemokraten, deutlich weniger als in Umfragen vorausgesagt. Der Jurist Josipovic muss nun am 11. Januar in eine Stichwahl gegen die Kandidatin der Oppositionspartei HDZ, die Diplomatin und frühere Außenministerin Kolinda Grabar Kitarovic, die mit 37,2 Prozent den zweiten Platz errang. Josipovic versuchte zuletzt, eine Niederlage zu verhindern, indem er auf Distanz zur unpopulären Regierung seines Parteifreunds Zoran Milanovic ging. Die sozialdemokratisch geführte Regierung steht wegen ihrer ideologischen Gesellschaftspolitik und wegen ihrer Unfähigkeit, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen, unter Druck. Für eine Überraschung sorgte am Sonntag der 24 Jahre alte Student Ivan Sinic, der mit radikaler Kritik am politischen System sowie an den Banken 16,4 Prozent erhielt. Die Christdemokratin Grabar Kitarovic ist überzeugt, „dass die Bürger Kroatiens für Veränderung gestimmt haben“. Sollte sie bei der Stichwahl am 11. Januar siegen, wäre damit auch die Krise der christdemokratischen HDZ beendet.