Kommentar: Mit der Axt am Bischofsamt

Von Markus Reder

Markus Reder. Foto: DT
Markus Reder. Foto: DT

Auch wenn immer von Limburg die Rede ist. Es geht längst nicht mehr „nur“ um ein Bistum und seinen Bischof. Was in Limburg geschieht, betrifft alle. Besonders die Bischöfe. Denn in Limburg wird gerade die Axt an das Bischofsamt gelegt. Nach dem Domkapitel hat sich auch die Diözesanversammlung, das oberste Laiengremium der Diözese, dafür ausgesprochen, Tebartz-van Elst zu feuern. Der Bischof kann nicht zurückkehren, ließ man Papst und Kirche am Wochenende wissen (siehe Seite 4). Prüfbericht? Egal! Strafverfahren eingestellt. Na und. Klappe zu, Bischof erledigt, das Domkapitel soll einen neuen wählen. Dieses Vorgehen ist völlig inakzeptabel. Wenn das Schule macht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich interessierte Kreise den nächsten unliebsamen Bischof ausgucken. Limburg ist ein Menetekel. Keineswegs nur in Sachen Finanzen, sondern auch mit Blick auf das katholische Bischofsamt. Da sind Sitten und Umgangsformen eingerissen, die Evangelium und katholischem Bekenntnis Hohn sprechen. Und da wird gerade – so nebenbei – die Theologie des Bischofsamtes gleich mitentsorgt. Wo sind wir gelandet, wenn derart mit dem Bischofsamt und mit einer Entscheidung des Papstes (auch wenn sie vorläufig ist) umgesprungen wird?

Richtig ist, das Amt ist kein Freibrief für seinen Inhaber, es schützt auch nicht vor Kritik – weder vor berechtigter noch vor unberechtigter. Es kann und darf aber nicht sein, dass künftig Kapitel, Gremien, Hinterzimmer-Kreise und Medien entscheiden, wer passend ist oder passend gemacht werden muss, damit er als Bischof akzeptabel ist oder bleibt. Einer solchen Profanisierung der Theologie des Bischofsamtes durch die Limburger Hintertür muss Einhalt geboten werden. Das alles hat mit dem eigentlichen „Fall Tebartz“ nur noch bedingt zu tun. Längst geht es um mehr als Baukosten und die Kommunikationsfähigkeit eines Oberhirten. Höchste Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Man müsste noch nicht mal eine Philippika für den im Feuer stehenden Amtsbruder halten. Aber einige klärende Sätze zur Theologie des Amtes sind jetzt überfällig. Nur auf das St. Florians-Prinzip zu setzen („Verschon' mein Haus/Zünd' and're an), wird sich spätestens dann als kapitaler Fehler erweisen, wenn es auch anderswo lichterloh brennt – ganz ohne Baukosten.