Kommentar: Fixierungen wären fatal

Von Guido Horst

„Voice of the Familiy“, eine von katholischen Lebensrechts- und Familien-Verbänden getragene Initiative, die sich um den Ausgang des synodalen Prozesses zu Ehe und Familie sorgt, hat unter den von Papst Franziskus persönlich berufenen Mitgliedern der Bischofsversammlung im Oktober mindestens sieben Vertreter ausgemacht, die – um es einmal so zu formulieren – gerne dem von Kardinal Walter Kasper vorgezeichneten Weg folgen würden: die Kardinäle Danneels, Dew, Kasper selbst, Rodríguez Maradiaga, Schönborn, Wuerl, sowie den Erzbischof von Chicago, Cupich. Das sind aber nur sieben von insgesamt 45 päpstlichen Berufungen. Und dann hat „Voice of the Family“ noch weitere elf bereits länger feststehende Synodenväter genannt, die die Initiative ebenfalls in der Kasper-Ecke sieht. Die drei Delegierten der Deutschen Bischofskonferenz gehören dazu, aber auch Kardinäle wie Baldisseri, Nichols oder Kurienerzbischöfe wie Paglia und Fisichella sowie Bischof Bonny von Antwerpen. Das aber sind nur elf von den insgesamt 280 Synodenvätern im engeren Sinne.

Es zeichnet sich ab, dass bei der kommenden Familiensynode in heißen Fragen wie der Zulassung der Wiederverheirateten zu den Sakramenten oder der Bewertung homosexueller Partnerschaften in etwa dieselben Mehrheitsverhältnisse bestehen werden wie bei der letzten Synode 2014. Wenn man sich weiter auf die den Medien, sowie gewissen Kirchen- und Theologen-Kreisen wichtigen Reiz-Themen konzentriert, geht der synodale Prozess aus wie das Hornberger Schießen: Es wird Verletzte geben, ein Haufen Publikationen pro und contra Kasper würde auf den internationalen Buchmarkt geschwemmt, das Ansehen der Kirche wäre lädiert – und am Ende ist es ja sowieso der Papst, der – wenn überhaupt – Entscheidungen zu fällen hat. Viele aus einem christlichen Geist heraus lebende Familien in der Welt und das Institut der Ehe von Mann und Frau sind in einer dramatischen Weise bedroht. Sich da auf ein, zwei Randthemen zu fixieren, wäre für die kommende Synode in Rom fatal.