Katholikentag: AfD bleibt umstritten

Münster, Berlin (DT/kna/mlu) Die Debatte um den Auftritt des kirchenpolitischen Sprechers der AfD, Volker Münz, beim diesjährigen Katholikentag in Münster geht weiter. Die Unterzeichner der am Montag veröffentlichten Erklärung „AfD ausladen – Münsteraner Erklärung für eine mutige Kirche“ haben nun zur bisherigen Resonanz ihrer Initiative Stellung genommen – und zeigen sich erfreut: Die Positionierung der 47 Theologen aus ganz Deutschland sei lokal wie überregional auf großes Interesse gestoßen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir sind natürlich erfreut, dass unsere Erklärung eine breite Diskussion ausgelöst hat und sich nun auch viel Empörung über diese Einladung artikuliert“, äußert sich Mitinitiator Philipp Geitzhaus. Doch das genüge nicht. „Unsere Forderung bleibt: Der Dammbruch durch einen Katholikentagsauftritt der AfD darf nicht erfolgen. Der AfD-Vertreter, Volker Münz, muss ausgeladen werden!“ Volker Münz hat inzwischen selbst zu der Forderung Stellung genommen, ihn vom Katholikentag auszuladen: Diese bezeichnete er als „feige und unchristlich“, nicht als mutig. „Zur Demokratie und zum Christsein gehört zumindest, dass man einander zuhört.“ Wenn die Vorstellungen der größten Oppositionspartei so abwegig wären, müsse es ein Leichtes sein, sie zu entkräften, so Münz weiter. „Oder scheuen meine Kritiker eine Diskussion?“, fragt er. Er wundere sich, dass es etwa mit Blick auf die Ditib-Moscheegemeinde Münster keine vergleichbaren Berührungsängste gebe, „obwohl die Ditib etwa zum Gebet für den Sieg der türkischen Armee im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Syrien aufrufe“. Abschließend plädiert Münz dafür, dass unter Christen eine Diskussion darüber geführt werden müsse, was Nächstenliebe bedeute und welche Aufgaben der Staat dabei habe.