Ja, was soll Mann da noch sagen?

Ein vergiftetes Geschenk der Wissenschaft: die Hausarbeit und das starke Geschlecht

Von Johannes Seibel

Jetzt ist das, was Mann schon lange befürchtete und sich deshalb nie laut auszusprechen getraute, wissenschaftliche Gewissheit: Männer, die der Hausarbeit fronen und frönen, wirken laut einer Studie aus Oxford auf Frauen dermaßen umwerfend, dass diese sie auf der Stelle heiraten, sich mit ihnen häuslich niederlassen und Kinder haben wollen. Oder anders: Hausarbeit macht sexy.

So angenehm und verführerisch letzteres Attribut für jeden Mann auch sein mag, er sollte jetzt klaren Kopf bewahren und diese Studie als das nehmen, was sie ist: ein Danaergeschenk. Denn er wird seiner Auserkorenen niemals mehr treuherzig erklären können, dass das einarmige Bügeln im Stehen dreier Körbe voller blütenweißer Bettwäsche just während der Sportschau der Wäsche eben genau diese weiße Unschuld brandbefleckt zu nehmen droht, und deshalb tunlichst unterlassen werden sollte, wenn künftig die Dame seines Herzens mit leuchtenden Augen auf die muskelfördernde Wirkung gerade dieser Tätigkeit für den Bi- und Trizeps verweisen kann, die den Mann unwiderstehlich macht. Er wird bügeln müssen.

Künftig wird er ihr auch nicht mehr glaubhaft versichern können, dass er seine rauchige Stimme, die das schwache Geschlecht nur so hinschmelzen lässt, außerhäusig mit reichlich Whiskey und dicken Zigarren pflegen muss, wenn die schönste aller Schönen ihm ins Ohr säuselt, dass sie bei einem Mann auf die asthmatischen Folgen eines dreistündigen innerhäuslichen Staubwedelns noch viel mehr abfährt. Er wird sich vom Buchregal über die Gardinenstange zum Küchenschrankoberteil schwingen.

Schließlich, wenn sie ihm beim ersten vertraut-zärtlichen Beisammensein über die Finger fährt, anstrahlt und erwartungsfroh fragt: „Oh, Du hast so schöne gepflegte Hände, Du machst bestimmt jeden Tag den Abwasch?“

Ja, was soll Mann da noch sagen?