Israel verstärkt Druck auf Hamas

Tel Aviv/Gaza (DT/dpa) Die israelische Armee hat ihre Drohung wahrgemacht und den Druck auf die radikalislamische Hamas im Gazastreifen weiter erhöht. Kampfflugzeuge flogen nach Angaben eines Armeesprechers vom Mittwoch in den vergangenen 24 Stunden mehr als 160 Einsätze. Militante Palästinenser haben demnach neun Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert.

Ungeachtet der Kämpfe hat Israel auch am Mittwoch wieder humanitäre Güter in den Gazastreifen passieren lassen. Nach Armeeangaben handelt es sich dabei um 111 Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischer Ausrüstung. Darüber hinaus werden 100 000 Liter Treibstoff geliefert. Die angekündigte dreistündige Feuerpause wurde jedoch bereits unmittelbar nach Beginn gebrochen.

Während der 19 Tage seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen sind nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde mindestens 977 Menschen getötet und weitere 4 500 verletzt worden. Am Mittwochmorgen wurde unter anderem ein militanter Palästinenser getötet, von dem israelische Fallschirmjäger annahmen, dass es sich um einen Selbstmordattentäter handelte.

Die Luftwaffe bombardierte nach palästinensischen Augenzeugenberichten am Mittwoch auch einen Friedhof im Stadtteil Scheich Radwan im nördlichen Gazastreifen. Zuvor hätten militante Palästinenser von dem Friedhof aus Raketen auf Israel abgefeuert.

Am Mittwoch schaltete sich auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in die Verhandlungen um ein Ende der Gewalt ein. Ban traf zum Auftakt einer Nahost-Reise in Ägypten ein, um mit Präsident Husni Mubarak über dessen Initiative für eine Waffenruhe im Gazastreifen zu sprechen. Aus gut informierten Kreisen in Kairo hieß es, der UN-Chef werde auch den Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, treffen. Anschließend wird er unter anderem in Israel, im Westjordanland, im Libanon und in Kuwait erwartet.