Island: Kirche gegen Beschneidungsverbot

Reykjavik (DT/mlu) Die katholische Kirche in Island hat sich gegen einen Gesetzesentwurf ausgesprochen, der die Beschneidung von Männern unter 18 Jahren verbieten will, wenn der Eingriff nicht medizinisch notwendig ist. Jüdische und muslimische Eltern drohen dem Entwurf zufolge bis zu sechs Jahre Haft, wenn sie ihre Kleinkinder aus religiösen Beweggründen beschneiden lassen. Darüber berichtet der britische „Catholic Herald“ in seiner Online-Ausgabe. „Falls das Gesetz verabschiedet werden sollte, würde das einer regelrechten Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens gleichkommen“, warnte Jakob Rolland, Kanzler am bischöflichen Ordinariat der Diözese von Reykjavik. Sieben isländische Abgeordnete hatten den umstrittenen Gesetzentwurf im Februar ins Parlament eingebracht.