Griechen wählen neues Parlament

Athen/Brüssel (DT/dpa) Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Griechenland zeichnet sich ein immer deutlicherer Sieg des Linksbündnisses Syriza ab. In einer gestern veröffentlichten Umfrage lag die Linkspartei unter Alexis Tsipras etwa sechs Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras. Bei der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Marc im Auftrag des Privatssenders Alpha kam Syriza auf 32,2 Prozent der Stimmen. Die Konservativen lagen bei 26 Prozent. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen zwei weitere Umfragen. Vor einer Woche lag Syriza im Schnitt etwa drei Prozentpunkte vorn. Auf Platz drei kam nun die pro-europäische Partei der politischen Mitte To Potami (Der Fluss) mit 6,3 Prozent. Dicht dahinter lagen die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte mit 6,1 Prozent. Die Kommunisten und die Sozialisten schaffen voraussichtlich ebenfalls den Sprung ins Parlament mit 4,4 beziehungsweise vier Prozent. Dagegen müssen die Rechtspopulisten der Unabhängigen Griechen und die neugegründete Partei der Demokraten und Sozialisten des ehemaligen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou zittern. Für den Einzug ins Parlament gilt eine Drei-Prozent-Hürde. Am Freitagabend stand der offizielle Abschluss des Wahlkampfes mit einer Rede von Regierungschef Samaras auf dem Programm. Am Samstag sind jegliche Wahlkampfveranstaltungen untersagt. Die Wahllokale sind am Sonntag von 6.00 bis 18.00 Uhr (MEZ) geöffnet. Prognosen werden unmittelbar danach erwartet, erste Hochrechnungen gegen 20 Uhr (MEZ). Wahlberechtigt sind rund 9,8 Millionen Menschen. Unterdessen haben die Euro-Finanzminister weitere Beschlüssen zu Griechenland vorerst ausgesetzt. Beim Eurogruppentreffen am Montag in Brüssel seien keine Entscheidungen geplant, denn eine Regierung werde es dann noch nicht geben, erklärte ein EU-Verantwortlicher am Freitag in Brüssel. Nach der Parlamentswahl am Sonntag werde aber über den weiteren Weg des Krisenlandes debattiert werden. In der Eurogruppe wird schon länger über eine neuerliche Verlängerung des griechischen Rettungsprogramms über Ende Februar hinaus nachgedacht. Ein solcher Schritt müsste von Athen beantragt werden.