Glosse: Unbemannte Flugobjekte

Von Stefan Rehder

Am vergangenen Wochenende hat sich die SPD mit der nochmaligen Feier ihres Geburtstagsfestes am Brandenburger Tor für die heiße Phase des Wahlkampfs mit reichlich Grillgut und Freibier gestählt. Dabei demonstrierten die Sozialdemokraten gleich schon einmal, wie sie mit Geld umzugehen verstehen. Rund zwei Millionen Euro soll die Feier des 150-jährigen Parteijubiläums der SPD-Troika mit Wahlhelfern und Wahlvolk in Berlin gekostet haben. Andererseits kann man die Genossen und Genossinnen auch verstehen. Da bislang noch kaum etwas dafür spricht, dass Steinbrück und seine Mannen nach dem Wahlabend am 22. September noch etwas zu feiern haben werden, wurde die Party halt kurzerhand vorverlegt. Erstaunlich nur, dass in der SPD noch niemand auf die Idee gekommen ist, den umstrittenen Einsatz von Kampfdrohnen zum Thema des Wahlkampfes zu machen. Was für Analogien sich da finden ließen, um das Spitzenpersonal des politischen Gegners einmal so richtig durch den Kakao zu ziehen. Gelten die – weil unbemannt – geistlosen Flugobjekte doch nicht nur als ausgesprochen leicht, sondern auch ziemlich antriebsschwach und völlig fremdgesteuert. Für geistige Höhenflüge ohnehin nicht gebaut, eignen sich die Kampfdrohnen eher für den Tiefflug. Aber vielleicht fürchten sich die Sozialdemokraten auch nur davor, dass solche Assoziationen zu einem Bumerang werden, der am Ende die eigenen Reihen lichtet. Denn auch im Wahlkampf gilt: Wer mit ausgestrecktem Zeigefinger auf andere zeigt, auf den weisen unwillkürlich die restlichen vier Finger der eigenen Hand.