Glosse: Die beste Friedensinitiative

Die Anschläge von Paris, Tausende von Menschen auf der Flucht, Terror und Gewalt an allen Ecken und Enden dieser Welt – darf man angesichts solcher Schrecken und Probleme an einem Abend im Jahr einfach abschalten und Weihnachten feiern? Frei nach Loriots Klassiker-Sketch „Weihnachten bei Familie Hoppenstedt“ und der darin enthaltenen Forderung nach „Mehr Lametta!“? Erst das Weihnachtsprogramm im Fernsehen, dann die Bescherung, dann das Weihnachtsgedicht und dann machen wir es uns so richtig „gemütlich“? Natürlich nicht. Auch der fehlende oder vielleicht doch noch kommende Schnee, glänzende Bäume und festliche Kleidung, ein gutes Essen mit schöner Musik sind Weihnachten nicht das Wichtigste. Und natürlich auch nicht der Preis oder die Zahl der Geschenke. Dies anzunehmen wäre in der Tat eine „Scharade“, eines „Affenzirkus'“ würdig, um zwei vielleicht etwas schroffe, aber pointierte Ausdrücke von Papst Franziskus zu benutzen. Andererseits sollten wir uns aber auch davor hüten, den Frieden und die Hoffnung, die mit der Geburt des Erlösers verknüpft sind, ganz von unseren menschlichen Bedürfnissen zu trennen. Wir sind Menschen, und als solche dürfen wir sehr wohl ein Bedürfnis nach schönen Dingen haben, nach einer friedlichen Atmosphäre im Kreis von Freunden oder der Familie, und wenn man sich gegenseitig als Zeichen der Liebe Gottes Geschenke macht – was kann daran schlecht sein? Solange Jesus nicht wiedergekommen ist, bleibt Weihnachten die beste Friedensinitiative der Welt. Stefan Meetschen