Glosse: Deutschland und der Mars

Von Stefan Meetschen

Mein Onkel vom Mars hat die besten Ideen. Das war einmal der Titel einer amerikanischen TV-Serie der 60er Jahre. Ein Außerirdischer vom Mars, der mit seinem Raumschiff bei Los Angeles eine Bruchlandung hingelegt hatte, gab sich als netter Onkel Martin aus. In Wirklichkeit hatte es dieser Onkel faustdick hinter den Ohren. Er verfügte über ausfahrbare Antennen, konnte mit Tieren sprechen und sogar Dinge mittels Fingerzeig schweben lassen. Fähigkeiten, die man heutzutage dringend braucht. In Amerika, in Europa, speziell in Deutschland.

Terrestrische deutsche Kompetenz genügt schon lange nicht mehr, um Projekte wie Flughäfen oder Tiefwasserhäfen erfolgreich abzuschließen. Von Siegen bei Olympischen Spielen gar nicht zu reden. Deutschland konkurriert nicht mit den Weltmächten. Kasachstan und Südkorea heißen die neuen Orientierungsgrößen. Wenn's gut läuft und die deutsche Vergangenheit nicht zum Rückrudern zwingt.

Ein Onkel vom Mars – er wäre hierzulande herzlich willkommen und dürfte gleich seine ganze Großfamilie mitbringen, weil schließlich auch noch die Eurokrise zu lösen ist. Doch so wie es aussieht, bleibt Deutschland auch hier im Hintertreffen. Der amerikanische Roboter „Curiosity“ (Wissbegierde) ist nach „sieben Minuten des Terrors“ (NASA) erfolgreich auf dem roten Planeten gelandet. Um angeblich zu erforschen, ob es auf dem Mars Wasser gibt. Gibt man dafür 2,5 Milliarden Dollar aus?

Ein leicht durchschaubarer Trick der Amerikaner. Auch sie suchen Onkel Martin. Probleme gibt es genug, der Wettbewerb mit China wird härter. Doch noch ist Deutschland nicht verloren. Es gibt noch den Schokoriegel, der Mobilität bei Arbeit, Sport und Spiel verheißt. Beißen wir rein!