Glosse: Der Papst ohne Flugzeug?

Die gute Nachricht ist Ihnen schon bekannt: Papst Franziskus wird im November dieses Jahres Myanmar und Bangladesch besuchen. Als Botschafter von „Liebe und Frieden“ (Myanmar) und „Harmonie und Frieden“ (Bangladesch), wie es in dieser Woche verkündet wurde. Dazu passend wird der Heilige Vater bei den eigens angefertigten Besuchs-Logos visuell mit Friedenstauben in Verbindung gebracht. Ob diese Vögel den 80-Jährigen auf ihren weißen Flügeln auch in die fernen Länder tragen werden? Die Frage ist durchaus ernst gemeint (soweit dies im Rahmen einer Glosse möglich ist). Denn – und dies ist die schlechte Nachricht: Noch ist völlig offen, welche Airline das aktive Oberhaupt der Katholiken im November überhaupt transportieren wird. Bei der italienischen Fluggesellschaft „Alitalia“, die in den vergangenen Jahrzehnten als natürlicher Flugdienstpartner der Päpste fungierte, kriselt es gewaltig. Laut der Nachrichtenagentur KAP hat der Vatikan die Tickets noch nicht gebucht. Wie auch? Sollen doch im November die Verkaufsverhandlungen des traditionsreichen italienischen Flugunternehmens stattfinden. Bis Anfang Oktober können interessierte Käufer finanzielle Angebote machen; dann wird man entscheiden, wohin die Besitzer-Reise geht. Lufthansa, Ryanair und Easyjet gelten als heiße Übernahme-Kandidaten, also praktisch als Überflieger. Nun hat die Vorstellung, dass der Papst in Zukunft mit Easyjet um den Globus reisen könnte, etwas leicht Pikierliches. Doch warum eigentlich? In einem Billigflieger lässt sich das Engagement für die Armen optimal untermauern. Und was wäre die Alternative? Wieder das Boot nehmen, wie der erste Papst? Den Heiligen Geist um die Gaben der Bilokation und Levitation bitten? Was wird dann aus den fliegenden Pressekonferenzen? Beten wir also für Franziskus und für „Alitalia“. Stefan Meetschen