Gastkommentar: Ein Beruf mit Zukunft

Von Maria Loheide

Einmal Altenpflege, immer Altenpflege? Diese Sorge vieler Berufsanfänger ist bald von gestern. Denn endlich hat das Bundeskabinett Mitte Januar den Gesetzentwurf zu einer generalistischen Pflegeausbildung verabschiedet. Eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Umsetzung der Reform ist genommen.

Die bisherigen getrennten Ausbildungsgänge in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege sollen der Vergangenheit angehören. Mit ihnen schwindet auch der Zwang, sich früh und ausschließlich für eines dieser Arbeitsfelder zu entscheiden. Wenn Bundestag und Bundesrat dem Entwurf zustimmen, kann ab 2018 die neue Berufsausbildung zur Pflegefachkraft an den Start gehen – als eine dreijährige fachschulische oder auch hochschulische Berufsausbildung. Dabei entsteht ein neuer Pflegeberuf, der nicht einfach eine Addition der bisherigen drei Berufe ist.

Damit beschreitet die Bundesregierung einen richtigen Weg: Denn dank dieser breiten Grundausbildung, die die Basis eines modernen, gestuften und durchlässigen Pflegebildungssystems im Sinne des lebenslangen Lernens sein soll, werden zukünftige Pflegefachkräfte den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Pflege besser entsprechen können. Außerdem sichert das neue Pflegeberufsgesetz die Anerkennung des Berufsabschlusses in allen EU-Mitgliedsstaaten. Für Altenpflegerinnen und Altenpfleger war das bislang nicht gegeben.

Diese Ausbildung wird für junge Leute sehr viel attraktiver: Sie öffnet einen weiten Horizont im Kosmos der Pflege und bietet ein Berufsleben lang vielfältige Entwicklungsperspektiven. Auch deswegen wird diese Reform dazu beitragen, dem Fachkräftemangel in der Pflege wirksam zu begegnen. Und das ist zwingend: Wenn sich nichts ändert, so warnt das Statistische Bundesamt, fehlen uns in 10 Jahren 135 000 bis 214 000 Pflegekräfte. Die Reform der Pflegeausbildung ist ein wichtiger Beitrag, um das zu verhindern.

Die Diakonie arbeitet seit Jahren daran, auf die große Bedeutung der pflegerischen Arbeit aufmerksam zu machen. „Soziale Berufe kann nicht jeder“ ist der Titel einer Kampagne, mit der die Diakonie für ein Arbeitsleben auch in der Pflege wirbt. Wir brauchen mehr Menschen mit Motivation, Wissen und Begeisterungsfähigkeit, die diese wichtige Aufgabe übernehmen. Die anstehenden Beratungen in Bundestag und Bundesrat wird die Diakonie fachlich mit großer Sorgfalt begleiten. Wir wollen, dass diese wichtige Reform ein Erfolg wird. Dies liegt sowohl im Interesse der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, als auch derjenigen, die einen Pflegeberuf ergreifen wollen.

Die Autorin steht dem Ressort Sozialpolitik der Diakonie Deutschland vor