Berlin

Etwas weniger Abschiebungen

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sind 16 808 Asylbewerber abgeschoben worden - die meisten von ihnen nach Italien.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sind 16 808 Asylbewerber abgeschoben worden - die meisten von ihnen nach Italien. Das haben die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag am Mittwoch berichtet. Auf das Jahr hochgerechnet, gehe die Fraktion demnach von 22 411 Abschiebungen aus, etwas weniger als im Vorjahr. 2018 seien es 23 617 Abschiebungen gewesen. Bei den Zielländern liegt Italien dem Bericht zufolge mit 1 894 Abschiebungen vorn, gefolgt von Albanien (1 178) und Frankreich (906). Es handele sich meist um Zuwanderer aus Nordafrika, die über das Mittelmeer nach Italien, Frankreich oder Spanien fliehen und weiter nach Deutschland ziehen, obwohl sie nach den EU-Regeln im Erstaufnahmeland bleiben sollten. Sogenannte Dublin-Überstellungen in der EU machten einen Großteil der Abschiebungen aus, hieß es. Insgesamt 55,6 Prozent der Migranten wurden den Angaben zufolge mit Linienmaschinen außer Landes gebracht, zu 32 Prozent mit Charterflügen, die restlichen Menschen auf dem Land- oder Seeweg. Für die Sicherheitsbegleitung habe der Bund bis September rund sechs Millionen Euro gezahlt. Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke sagte den Zeitungen, die Gelder könnten sinnvoller eingesetzt werden, etwa für Integrationskurse.

DT/KNA