Erzbischof Marx kritisiert Grüne

München (DT/ok) Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, hält die Forderung des Landesparteitags der Grünen, die Kreuze aus den Schulen zu entfernen, für lebensfremd. Wer gläubige Menschen in Bayern mit einer solchen Forderung „vor den Kopf stößt“, stelle sich selbst ins „gesellschaftliche und politische Abseits“, so Marx am Mittwoch in Landshut. Gegen den Willen des Landesvorstands hatte der Landesparteitag einen entsprechenden Beschluss gefasst. Von diesem Beschluss hat sich die kirchenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Ulrike Gote, distanziert. Dazu sagte Marx, der Vorgang zeige, dass es „in den Reihen der Grünen nach wie vor ein ungeklärtes Verhältnis zu Glaube und Religion und ihrer öffentlichen Bedeutung gibt“. Er empfahl den Parteimitgliedern die Lektüre der Bayerischen Verfassung, die sich laut Präambel ausdrücklich als Absage an eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott verstehe.

Die katholische Kirche weise die Forderung zurück, weil sie letztlich auf eine „Kultur des Areligiösen“ ziele, die das Christentum von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließen und damit Bayern von seinen geistigen Wurzeln abschneiden wolle. In der Auseinandersetzung um das sogenannte Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hätte eine große Mehrheit der Menschen in Bayern eindrucksvoll bezeugt, dass das Symbol des Christentums kein Kampfinstrument gegen Andersdenkende, sondern im Gegenteil ein Zeichen für die Bereitschaft sei, an der Gestaltung einer humanen Gesellschaft mitzuwirken. Dass man dies bei den Grünen noch immer nicht begriffen habe, sei beschämend.

Für das Landeskomitee der Katholiken in Bayern zeugt der Vorstoß der bayerischen Grünen „von Ignoranz“. Dessen Vorsitzender, Helmut Mangold, wandte sich gegen die Gleichsetzung des muslimischen Kopftuches und des Kreuzes. Das Kreuz habe eine anerkannte Bedeutung als Symbol für den Glauben an die Erlösung der Menschen durch den Tod und die Auferstehung Christi. Das Kopftuch sei ein regional begrenztes, kulturell bedingtes Symbol.