Englische Christen diskriminiert

London (DT/KNA) Katholische Adoptionsagenturen in Großbritannien dürfen Homosexuelle nicht von der Vermittlung ausschließen. Das verstoße gegen die 2007 eingeführten Regeln zur Gleichbehandlung, urteilte ein für Wohltätigkeitsorganisationen zuständiges Gericht. Die Richter wiesen eine Beschwerde der Organisation „Catholic Care“ der Diözese Leeds zurück. Diese will keine Kinder an homosexuelle Paare vermitteln. Berichten zufolge droht nun der Verlust des Status als gemeinnützige Organisation und damit öffentlicher Gelder, wenn daran festgehalten werde, nur heterosexuelle Paare zu betreuen. Auch könnte es künftig zu Klagen abgelehnter gleichgeschlechtlicher Paare kommen. Ein Sprecher der Diözese sagte, es sei möglich, dass Wohltätigkeitsorganisationen unter diesen Voraussetzungen ihre Adoptionstätigkeit einstellen müssen.

Viele Christen in Großbritannien fühlen sich wegen ihres Glaubens diskriminiert. Bei einer Befragung von Kirchgängern habe mehr als die Hälfte angegeben, schon einmal wegen des christlichen Bekenntnisses in irgendeiner Form verfolgt worden zu sein, berichtete der „Sunday Telegraph“. Demnach gab jeder Fünfte an, aus religiösen Gründen bereits Schwierigkeiten am Arbeitsplatz gehabt zu haben. Fünf Prozent hätten gemeint, ihr Glaube habe eine berufliche Beförderung verhindert. Ebenso viele hätten gesagt, am Arbeitsplatz wegen religiöser Äußerungen gerügt worden zu sein. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut ComRes durchgeführt. Beobachter fürchten, Christen könnten in Zukunft in Großbritannien einen noch schwereren Stand haben. Neue Gleichstellungsrichtlinien der britischen Regierung verbieten es Angestellten unter Androhung einer Kündigung, ihren Glauben mit ihren Kollegen zu teilen. Kürzlich wurde eine Krankenschwester in der Grafschaft Somerset vom Dienst suspendiert, weil sie angeboten hatte, für eine Patientin zu beten.