Druck auf Ditib wächst

Berlin (DT/KNA) Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster will die möglichen Spionage-Aktivitäten von Imamen des deutsch-türkischen Moscheedachverbandes Ditib im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages zur Sprache bringen. „Ich hätte gerne eine Einschätzung dazu, inwieweit Ditib damit wirklich nichts zu tun hat“, sagte Schuster der „Frankfurter Rundschau“. Schuster, der selbst dem Parlamentarischen Kontrollgremium angehört, fügte hinzu: „Das ist keine Panne. Man kann nicht aus Versehen spionieren. Das ist nicht glaubhaft.“ Im Raum steht der Vorwurf, dass einzelne Ditib-Imame Informationen über Anhänger des im US-amerikanischen Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen an die türkische Regierung weitergeleitet hätten. Die Anordnung dazu soll von der türkischen Religionsbehörde Diyanet stammen, die auch für Ditib zuständig ist. Das Bundesinnenministerium forderte den Moscheedachverband Ditib auf, den gegen ihn erhobenen Vorwurf der Bespitzelung und Denunziation aufzuklären. „Grundsätzlich ist die Erwartungshaltung des Bundesinnenministeriums, dass sich die ,Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion‘ (Ditib) an der Aufklärung der Vorwürfe konstruktiv beteiligt und für Transparenz sorgt“, sagte ein Sprecher des Ministeriums dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Überprüfung der Sicherheitsbehörden zu den im Raum stehenden Vorwürfen gegen Imame der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion dauern an“, so der Sprecher weiter. Eine politische Einflussnahme oder Instrumentalisierung durch die Türkei sei „nicht hinnehmbar“, fügte der Ministeriumssprecher hinzu. Die Gülen-Bewegung gilt in der Türkei als Staatsfeind. Präsident Recep Tayyip Erdogan macht sie für den gescheiterten Putsch im Juli 2016 verantwortlich. Ditib ist der größte islamische Verband in der Bundesrepublik. Inzwischen gehören ihm rund 900 Ortsgemeinden an.