Peking

Die Lügen Chinas in der Corona-Pandemie

Durch das Vertuschen des bereits im Dezember bekannten Coronavirus-Ausbruchs hat die chinesische Regierung nicht nur die Gefährdung der eigenen Bevölkerung, sondern der ganzen Welt zu verantworten, meint der amerikanische „American Conservative“.

Coronavirus - Wuhan
Eine Reisende mit einer Mundschutz- und Gesichtsmaske verlässt den Bahnhof von Wuhan: Als die Regierung am 23. Januar die Ausgangssperre für Wuhan erließ, war das Virus seit sieben Wochen in Umlauf. Foto: Cheng Min (XinHua)

Die Unstimmigkeiten und Desinformationskampagnen der chinesischen Regierung sind vielfältig. Angefangen von der Weisung an chinesische Wissenschaftler, Beweise zu vernichten bis hin zur Vertuschung ärztlicher Warnungen und der Androhung (der offiziellen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua), dass Amerika „die Hölle einer neuartigen Coronavirus-Epidemie“ erleben würde, wirft das Verhalten der kommunistischen Partei Chinas angesichts der Coronakrise viele Fragen auf.

Aufhören, "Gerüchte zu verbreiten"

Das US-amerikanische Magazin "The American Conservative" analysiert Ungereimtheiten und Unwahrheiten der vergangenen Monate, die seit kurzem jedoch immer mehr ans Licht kommen. So entdeckten chinesische Labortechniker bereits im Dezember 2019 einen hochinfektiösen neuen Krankheitserreger. Doch sie seien angewiesen worden, „Untersuchungen zu stoppen, Proben zu vernichten und die Nachricht zu vertuschen, wie die in Beijing ansässige chinesische Mediengruppe Caixin Global aufdeckte. „Sehr viel weniger Menschen wären gestorben“, wenn die chinesische Regierung eher gehandelt hätte, sagte im Februar „Patient Zero“, die 57-jährige Wie Guixian, die auf dem Markt in Wuhan arbeitete, der für den Ausbruch der Seuche verantwortlich sein soll.

Die chinesischen Behörden warnten die Ärzte vor einer Behandlung von Wei und stellten diese unter Quarantäne, sodass sie nicht Alarm schlagen konnte. Einem der ersten Ärzte, der die Behörden vor dem Virus warnte, wurde gesagt, er solle aufhören, „Gerüchte zu verbreiten“, und ein weiterer Mediziner musste eine öffentliche Selbstkritik über die „negativen Auswirkungen“ seiner Warnungen verfassen. Der Augenarzt Li Wenliang kam am 30. Dezember in Gewahrsam, weil er andere Kollegen mit SMS-Botschaften vor einer Verbreitung des Virus und seiner Gefährlichkeit gewarnt hatte. Am 2. Februar verstarb er an Corona-Komplikationen.

Ist das Virus in China tatsächlich besiegt?

Als die Regierung am 23. Januar die Ausgangssperre für Wuhan erließ, war das Virus seit sieben Wochen in Umlauf. Zudem hatten zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Millionen Menschen die Stadt verlassen. 2019 warnten chinesische Forscher in einem Fachjournal vor der hohen Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Ausbruch eines von Fledermäusen stammenden künftigen SARS-ähnlichen Coronavirus in China kommen könnte. Und schon 2007 schrieben Wissenschaftler: „Das riesige Reservoir von SARS-Cov-ähnlichen Viren in Hufeisennasenfledermäusen ist zusammen mit der Kultur in Südchina, exotische Säugetiere zu essen, eine Zeitbombe“.

Neuesten chinesischen Angaben zufolge habe man das Corona Virus nun besiegt. Kann das stimmen? Einwohner von Wuhan jedenfalls erklärten, dass die Krankenhäuser es nun ablehnten, Patienten zu testen, die Symptome zeigen, wie der Hongkonger öffentlich-rechtliche Fernsehsender RTHK berichtete. Ein ortsansässiger Arzt habe gesagt, dass die Anzahl der Fälle manipuliert sei und die Krankenhäuser mit einer „Massenentlassung von infizierten Patienten“ begonnen hätten. Wie die Behörden zudem verlautbaren ließen, wurden in den vergangenen drei Monaten 21 Millionen Handyanschlüsse abgemeldet.

Was Medikamente angeht, sind die USA von China abhängig

Sein Verhältnis zu den USA belastet China durch die Unterbrechung pharmazeutischer und medizinischer Versorgungskanäle. China habe, laut der American Conservative, eine amerikanische Atemschutzmasken herstellende Fabrik verstaatlicht sowie Schiffe zur Rückkehr gezwungen, die mit von New Yorker Krankenhäusern gekauften Handschuhen, Masken und weiterem medizinischen Versorgungsmaterial beladen waren: „Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen“, schreibt das Magazin, habe China medizinischen Bedarf aus der verstaatlichten US-Fabrik für mehr als vier Milliarden Euro an Spanien verkauft: 550 Millionen Atemschutzmasken, 5,5 Millionen Test-Kits, 950 Beatmungsgeräte und 11 Millionen Paar Handschuhe.

Laut dem US Handelsministerium ist China darüber hinaus für 95 Prozent der US-Importe von Ibuprofen, für 91 Prozent von Hydrokortison, für 70 Prozent Paracetamol, für 40-45 Prozent Penicillin und für 40 Prozent Heparin verantwortlich. Momentan, so erklärte die Autorin eines Buches über die Risiken der Abhängigkeit der USA von China, habe man „in den Vereinigten Staaten nahezu keine Möglichkeit, die wichtigsten Medikamente zur Behandlung des Coronavirus oder auch Antibiotika für die damit verbundenen Infektionen, einschließlich Bronchitis oder Lungenentzündung, zu produzieren“. Sie glaube, dass man es überdenken werde, „ob es eine gute Idee ist, so abhängig von einem totalitären China zu sein, das alle anderen auf der Welt für seine Probleme verantwortlich macht.

DT/ks

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .