„Die Kirche handelt“

Papst Benedikt XVI. betont, dass Stürme und Schiffbrüche zum Plan Gottes gehören und zu neuen Aufbrüchen führen können

Rom/Trier (DT/KAP/KNA) Papst Benedikt XVI. hat bei der Generalaudienz am Mittwoch an sein Treffen mit Missbrauchsopfern auf Malta erinnert. „Ich habe mit ihnen das Leiden geteilt, und bewegt habe ich mit ihnen gebetet. Dabei habe ich ihnen versichert, dass die Kirche handelt“, sagte der Papst auf dem Petersplatz in seiner Rückschau auf die Maltareise vom Wochenende. Abweichend vom Besuchsprogramm hatte Benedikt XVI. am Sonntagmittag mit acht ehemaligen Zöglingen eines Waisenhauses gesprochen, die als Minderjährige von Klerikern sexuell missbraucht worden waren. Das etwa 25-minütige Treffen fand in der Kapelle der Nuntiatur in Rabat statt.

Wie der Papst bei der Generalaudienz betonte, gehören „auch Stürme und Schiffbrüche zum Plan Gottes“. Solche Niederlagen könnten „zu neuen Anfängen und Aufbrüchen führen“. Christen bräuchten keine Angst vor Erfahrungen des Scheiterns zu haben, „weil der Plan der Liebe Gottes größer ist als Stürme und Schiffbrüche“. Benedikt XVI. bezog sich dabei auf die biblische Erzählung von der Strandung des Apostels Paulus an der maltesischen Küste. Dieses Ereignis, das vor 1950 Jahren stattfand, war Anlass des Papstbesuchs auf der Mittelmeerinsel am Wochenende. Die Glaubensstärke der maltesischen Katholiken sei für ihn „Grund zu Freude und Trost“ gewesen, sagte Benedikt XVI. Auch heute seien das Evangelium und die Lehre der Kirche für die Malteser eine Richtschnur bei der Suche nach Antworten auf aktuelle Herausforderungen. Dabei hob der Papst die „uneingeschränkte Achtung des ungeborenen Lebens und der Heiligkeit der Ehe in der Gesetzgebung des Landes“ hervor.

Auch der missionarische Geist sei in Malta seit den Zeiten des Paulus lebendig geblieben, sagte der Papst mit Verweis auf die Zahl der maltesischen Auslandsgeistlichen: „Mit ihrem Einsatz machen sie deutlich, dass der Glaube stärker wird, wenn man ihn weitergibt.“ Das Malteserkreuz zeige in aller Welt, „was das Kreuz bedeutet: Versöhnung und Liebe“. Zugleich erinnerte Benedikt XVI. an die auf Malta eintreffenden Flüchtlingsströme. Dies bringe komplexe humanitäre, politische und rechtliche Probleme mit sich.

Mit deutlichen Worten hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester verurteilt: „Priester haben das Vertrauen von Menschen auf grausamste Weise verraten“, so Ackermann am Mittwoch in Trier. Er glaube nicht mehr, dass derjenige, der getauft und zum Priester geweiht worden sei, schon bei Jesus angekommen sei, so Ackermann, der Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fälle sexuellen Missbrauchs ist. Er kritisierte auch „Fehler in der Kommunikation der Bischöfe und auch von Rom aus“. Opfer sexuellen Missbrauchs litten oft ihr ganzes Leben lang, sagte der Bischof. Mit Blick auf den Vulkanausbruch in Island sagte er, man könne den Eindruck haben, dass nun auch in Sachen sexuellen Missbrauchs durch Priester eine „Kruste“ aufgebrochen sei: „Eine giftige, stinkende Wolke entlädt sich.“

Die Benediktiner wollen Opfer sexuellen Missbrauchs individuell entschädigen. Darauf haben sich 27 Obere benediktinischer Gemeinschaften in Deutschland verständigt. Die Beteiligung an einem nationalen Entschädigungsfonds halten die Klöster für „nicht angebracht“. Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Goppel begrüßte das Vorgehen der Benediktiner. Dies sei der „sehr viel bessere Weg“ als der von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vorgeschlagene Entschädigungsfonds.