Die Crux der Bistumspresse

Wie die Paderborner Bistumszeitung „Der Dom“ gerade umstrukturiert wird, indem man die Redaktion feuert, und die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) deren Nachfolge – in welcher Form auch immer – antreten soll, alarmiert, kann aber nicht überraschen.

Bisher war die Bistumspresse das Stiefkind der Ordinariate gewesen, obwohl sie zusammengenommen rund 900 000 Leser erreichen. Die Bistumszeitungen mit ihrer langen Geschichte sind oft in historisch gewachsene, aber kaum überschaubare Konstruktionen eingebettet – an deren notwendige Reformen jedoch kaum ein Herausgeber sich wagte. Um etwa die Frage zu beantworten, warum Kirchenzeitungen angeschlossene defizitäre Druckereien und Buchbindereien quersubventionieren sollten, wo Ikea-Kataloge gedruckt wurden. War das Aufgabe eines Bistums? Statt solche Missstände zu beseitigen, wurden die Bistumszeitungen pauschal beschuldigt, nicht gut genug zu arbeiten. Weil in den Ordinariaten kaum Verantwortung für die eigene Zeitung übernommen wurde, konnte eine ganze Armada an freien Unternehmensberatern bis zur Mediendienstleistungs-Gesellschaft (MDG) gut dotierte Aufträge akquirieren. Sie sollten das Kind schaukeln. Die Berater hatten aber weniger die Kirchenzeitung vor Ort, als ihre eigenen Vorteile im Blick. Sie wurstelten einfach vor sich hin, denn sie wurden und werden kaum evaluiert. Wohldurchdachte Zukunftspläne der Redaktionen vor Ort selbst wurden einfach ignoriert.

Auch der Fall Paderborn hat ein Geschmäckle. Der neue KNA-Geschäftsführer Thomas Juncker war zuvor Geschäftsführer einer der innovativsten Bistumszeitungen, dem Trierer „Paulinus“, der derzeit beispielsweise mit seinem modernen Vertriebssystem bei anderen Bistumszeitungen einsteigen möchte. Alles nur Zufall? sei