Bamberg/Trier

Deutsche Bischöfe begrüßen Gedenktag für religiös Verfolgte

Ein wichtiges Zeichen gegen Hass, Gewalt und Terror nennt der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick den „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“. Dieser wird heute zum ersten Mal begangen.

Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung
Christenverfolgung im Irak: Eine Mariendarstellung hängt an einer verkohlten Wand einer Kirche nahe Alqosh im Norden des Landes. Foto: Katharina Ebel

Am heutigen 22. August findet zum ersten Mal der von den Vereinten Nationen ausgerufene jährliche „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“ statt. Die deutschen Bischöfe begrüßen den neuen Gedenktag: Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick nannte ihn „ein wichtiges Zeichen gegen Hass, Gewalt und Terror, denen gläubige Menschen vonseiten Nichtgläubiger oder Andersgläubiger ausgesetzt sind“.

Feindseligkeit gegen Gläubige anderer Religionen darf gar nicht erst entstehen

Erzbischof Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche ist, betonte, dass jede Form von Gewalt, Verfolgung oder Beeinträchtigung aus Gründen der Religion zu verurteilen sei und mit aller Kraft unterbunden werden müsse. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichte Schicks Stellungnahme auf ihrer Website.

Die Staaten sieht der Bamberger Erzbischof hier besonders in der Pflicht. Aber auch die Religionen selbst müssten auf ein geistiges Klima hinwirken, „in dem extremistische Haltungen und Feindseligkeit gegen Gläubige anderer Religionen gar nicht erst entstehen“. Zudem hätte auch das Engagement der Kirchen in Deutschland und Europa dazu beigetragen, dass die in manchen Weltgegenden wachsende Bedrohung der Religionsfreiheit inzwischen auf nationaler und internationaler politischer Ebene stärker wahrgenommen werde.

"Die Religionsfreiheit ist in
vielen Teilen der Welt bedroht"
Stephan Ackermann, Bischof von Trier

Genauso wie Schick begrüßte auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann den Ausrufung des Gedenktags: „Die Religionsfreiheit ist in vielen Teilen der Welt bedroht“, so der Vorsitzende der Kommission Justitia et Pax. Ein Charakteristikum unserer Zeit sei die oftmals angstbesetzte Suche nach der kulturellen Identität der eigenen Gruppe. „Das führt vielerorts zu Abgrenzung und Intoleranz.“

Bischof Ackermann sieht aber auch säkulare Kräfte dafür verantwortlich, dass Religion als solche zurückgedrängt werde, „da man sie pauschal für Unfrieden und kulturellen Rückschritt verantwortlich macht“. Dadurch entstehe ein Klima, das dem Menschenrecht der Religionsfreiheit abträglich sei.

Gegensignal gegen Tendenzen, religiöse Freiheit zu unterminieren

Der „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“ sei hier ein „Gegensignal“ gegen alle Aktivitäten und Tendenzen, die die religiöse Freiheit unterminierten, so Bischof Ackermann. Der in diesem Jahr zum ersten Mal begangene Gedenktag soll auf die wachsende Zahl von Menschen aufmerksam machen, die unter religiöser Verfolgung leiden.

Im Gespräch mit der „Tagespost“ wies jüngst auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte auf die Bedeutung des Einsatzes für Religionsfreiheit hin. Dort, wo die Religionsfreiheit beeinträchtigt sei, seien auch andere Grund- und Menschenrechte beeinträchtigt, so der Vorsitzende des Stephanuskreises, eines Zusammenschlusses von Unionsabgeordneten, die sich für verfolgte Christen einsetzen.

DT/mlu

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