Der Unglaube verlangt nach einem Festtag

Atheisten fordern: „Christi Himmelfahrt“ durch einen „Evolutionsfeiertag“ zu ersetzen

Von Markus Reder

Nicht selten ist es der Biologieunterricht, der das kritische Bewusstsein der Jugend erwachen lässt. So war es wohl auch bei jenem jungen Indianer, der vom Schulbesuch nach Hause zurückgekehrt, seinen Vater nach der Abstammung des Menschen fragte. „Der weiße Mann mag vom Affen abstammen“, antwortet der Häuptling souverän. „Wir, mein Sohn, stammen vom Adler.“ Diese Auskunft mag evolutionstheoretisch nicht über jeden Zweifel erhaben sein. Sie lässt aber mehr Weisheit erkennen als etwa die abstrusen Bekenntnisse eines Herrn Dawkins.

Nun kommt einem beim Menschen tatsächlich manches ziemlich affig vor. Doch warum sollte man deshalb die Abstammung vom Affen feiern wollen? Genau das fordert die Giordano-Bruno-Stiftung aus Anlass des Darwin- Jahres 2009. Und einen Termin haben sie auch schon im Auge: Ein „Evolutionsfeiertag“ soll „Christ Himmelfahrt“ ersetzen. Der Staat, so war gestern einem Beitrag der „Frankfurter Allgemeinen“ zu entnehmen, solle laut Bruno-Stiftung die Konfessionslosen, deren Zahl die der Katholiken oder Protestanten in Deutschland übersteige, bei den Feiertagen gleichberechtigt berücksichtigen. „Christi Himmelfahrt“ durch einen „Evolutionsfeiertag“ zu ersetzen sei ein erster Schritt in diese Richtung.

„Mich laust der Affe“ könnte man ob dieses Ansinnens denken und sich wieder den wichtigen Dingen zuwenden. Doch wer genauer hinschaut, muss zur Kenntnis nehmen, dass der Club der Neuen Atheisten, der sich über die Bruno-Stiftung organisiert, doch größerer Aufmerksamkeit bedarf. Die Mischung aus aggressivem Atheismus, Geld, Kirchenhass und Mediengewandtheit verspricht in Zukunft noch ganz andere Dinge als Atheismus-Werbung auf Großstadt-Bussen. Mit indianischer Weisheit kann es da nur heißen: „Adlerauge sei wachsam!“