Der Glaube an das Gute im Menschen ...

... wer soll den heute nicht verlieren – Ne, ne, ne, was sind das für Zeiten

Der Glaube an das Gute im Menschen – wer soll den heute nicht verlieren. Wenn selbst die notorisch gutgläubigen Amerikaner ihren Glauben an chromglänzende 500 Pferdestärken im vierradgetriebenen Geländewagen verloren haben, mit dem sie gerne zum Bäcker um die Ecke brummelten und Brötchen holten, wodurch die komplette amerikanische Autoindustrie von einer Sekunde auf die andere vor dem Bankrott steht, woran soll sich der Mensch dann noch festhalten?

An der Sprache wohl kaum, zumal der deutschen nicht. Obwohl, so ein bisschen was von Orientierung hat sie schon noch in sich. Erhellt sie doch allmählich, warum den meisten Politikern das Grundgesetz völlig unverständlich ist, wenn es, sagen wir mal, um das Recht auf Leben geht – denn Deutsch steht ja im Grundgesetz nicht drin, und so können es die Politiker auch nicht lesen, was die CDU ändern will, wobei sie nur aufpassen muss, dass sie das möglicherweise nicht einmal reut, sollte nämlich der Bundestag wieder zur Abstimmung über die x-te Verschiebung des Stichtages im Stammzellgesetz zum Hammelsprung rufen, und dann steht da recht leserlich im Grundgesetz auf gut Deutsch wirklich etwas von, sagen wir mal, Recht auf Leben zu lesen ... .

Allerdings, so zur Gänze den Glauben an das Gute im Menschen wieder herzustellen, dazu taugt das Deutsche dann doch wieder nicht – behaupten zumindest die, die es wissen müssen, also die Gesellschaft für deutsche Sprache. Und kürten jetzt diabolisch grinsend „Finanzkrise“, „verzockt“, „Datenklau“ und „hessische Verhältnisse“ – in dieser Reihenfolge – zu den Wörtern des Jahres. Puuh, wenn einem da nicht auf der Stelle der Schweiß auf die Stirn tritt!

Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen – so tönt es aus den Denkfabriken, den Parteizentralen und Kaufhäusern. Aber wo soll es herkommen, wenn selbst die letzten Hoffnungsträger des Guten, Wahren und Schönen, die Ärzte, ihren Glauben an das Gute verloren haben, wie eine neue Studie behauptet. Demnach glauben nämlich drei Viertel aller Ärzte in Deutschland ihren Patienten nicht, wenn die ihnen treuherzig glauben machen wollen, dass sie fast nie Alkohol trinken, eigentlich nur Obst futtern, und mindestens gefühlte vier Mal wöchentlich joggen gehen ... Ne, ne, ne, was sind das für Zeiten.