De Maiziere korrigiert Zahl der Asylsuchenden

Berlin (DT/dpa) Im vergangenen Jahr sind rund 890 000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen – statt der bislang kalkulierten 1,1 Millionen. Das gab Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) am Freitag in Berlin bekannt. De Maiziere hatte in den vergangenen Monaten wiederholt betont, dass die bisher bekannten Zahlen wegen Mehrfachregistrierungen und unerfasster Weiterreisen oder Rückreisen wohl zu hoch gegriffen seien. De Maiziere sagte nun: „Die Zahl von 890 000 ist dennoch sehr hoch.“ Er fügte an: „Durch eine enorme, einzigartige Anstrengung der Verantwortlichen in Verwaltung und Politik, vor allem auch durch die großartige Unterstützung Ehrenamtlicher haben wir diese Herausforderungen im Großen und Ganzen gut bewältigt. Wir sind uns aber genauso einig, dass sich diese Lage im letzten Herbst nicht mehr wiederholen darf.“ Deswegen seien international und in Europa zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Zahl der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden deutlich zu reduzieren und gleichzeitig der humanitären Verantwortung gerecht zu werden. „Mit Stand vom 21.9.2016 sind nun im laufenden Jahr rund 210 000 Menschen als Schutzsuchende nach Deutschland gekommen und entsprechend im Kerndatensystem registriert.“ Deutschland und Österreich hatten Anfang September 2015 entschieden, tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind. In der Folge kamen hunderttausende Zuwanderer nach Deutschland. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestand in dem Zusammenhang vor kurzem Fehler ein. So sei der Flüchtlingszuzug 2015 vorübergehend außer Kontrolle geraten. Das dürfe sich nicht wiederholen. Die CSU attackiert Merkels Flüchtlingspolitik seit Monaten und forderte eine Obergrenze von 200 000 Einwanderern pro Jahr.