Cremisan-Tal: Israel muss Mauerlauf nicht offenlegen

Jerusalem (DT/KNA) Israels Verteidigungsministerium muss den geplanten Verlauf der israelischen Sperrmauer im Cremisan-Tal bei Beit Dschalla nicht offenlegen. Israels Oberstes Gericht wies eine entsprechende Petition der katholischen Menschenrechtsorganisation Saint Yves Society zurück, wie das Lateinische Patriarchat von Jerusalem am Montag mitteilte. In dem seit Jahren andauernden Rechtsstreit um den Mauerbau auf privatem, palästinensischen Land hatte Saint Yves das Gericht im Juli im Namen der betroffenen Salesianerschwestern zusammen mit der Stadt Beit Dschalla und betroffenen Landbesitzern aufgefordert, einen Baustopp für die Sperranlage anzuordnen. Dieser solle gelten, bis das israelische Verteidigungsministerium den geplanten Verlauf veröffentlicht und allen Parteien Einspruchsmöglichkeit eingeräumt habe. Die Veröffentlichungspflicht solle verhindern, dass Tatsachen geschaffen werden, ohne dass die Betroffenen zuvor angehört wurden, hieß es zur Begründung. Das Gericht wies die Forderung laut Saint Yves zurück und verwies auf ein Urteil von 2015, demzufolge Sicherheitsbedürfnisse den Bau der Sperranlage rechtfertigten. Gleichzeitig hatte das Gericht den betroffenen Landbesitzern, darunter 58 christliche Familien, zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens, das Recht eingeräumt, Einspruch gegen einen Mauerverlauf einzulegen, der ihr Recht auf freien Zugang zu ihren Ländereien gefährdet. Zahlreiche Kirchenvertreter, darunter die Deutsche Bischofskonferenz, verurteilten den Beginn der Bauarbeiten im August.