Erfurt/Würzburg

Corona: Deutsche denken kaum häufiger über eigene Sterblichkeit nach

Denken die Deutschen angesichts der Krise nun häufiger darüber nach, was nach dem Tod kommen könnte? Eine aktuelle Tagespost-Umfrage deutet nicht darauf hin.

Was kommt nach dem Tod
Sowohl die katholischen wie auch die protestantischen Teilnehmer der Umfrage liegen mit elf Prozent im Gesamtdurchschnitt derjenigen, die nun verstärkt darüber nachdenken, was nach dem Tod kommt. Foto: Heiko Lossie (dpa)

Lediglich elf Prozent der Deutschen denken angesichts des Coronavirus jetzt öfter darüber nach, was nach dem Tod kommen könnte. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Demnach gaben 81 Prozent an, auch jetzt nicht häufiger darüber nachzudenken, was sie nach dem Tod erwartet.

Muslimische Befragte denken jetzt häufiger über Sterblichkeit nach

Vor allem muslimische Befragte denken jetzt offenbar häufiger (23 Prozent) über das Leben nach dem Tod nach als vorher. Gleichzeitig tun dies 59 Prozent der Muslime nicht. Sowohl die katholischen wie auch die protestantischen Teilnehmer der Umfrage liegen mit elf Prozent im Gesamtdurchschnitt derjenigen, die nun verstärkt darüber nachdenken, was nach dem Tod kommt. Bei den freikirchlichen Befragten sind es 15 Prozent. Der Anteil der Konfessionslosen, die angesichts der Corona-Krise häufiger als bisher über das Leben nach dem Tod nachdenken, ist mit neun Prozent etwas geringer als der Gesamtschnitt.

Die Erhebung, für die 2.049 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 13. und dem 16. März befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach den einzelnen Bundesländern auf. Auffällig ist hierbei, dass überdurchschnittlich häufig Bürger aus Thüringen (28 Prozent) sowie aus dem Saarland (23 Prozent) angaben, jetzt häufiger über ein Leben nach dem Tod nachzudenken. Am seltensten tun dies indes Bürger aus Hamburg (4 Prozent).

Was Befragte ohne Schulabschluss angaben

Die Erhebung fragte die Teilnehmer auch nach ihrem Schulabschluss – und liefert in dieser Kategorie auffällige Ergebnisse: So gaben nur sechs Prozent der Befragten, die sich noch in schulischer Ausbildung an, jetzt häufiger darüber nachzudenken, was nach dem Tod kommen könnte. In der Gruppe derjenigen ohne Schulabschluss liegt die Zahl bei 40 Prozent.

DT/mlu

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