China warnt vor Einmischung

Peking (DT/dpa) China hat erneut jede ausländische Vermittlung wegen der Unruhen in Tibet abgelehnt. „Tibet ist eine innere Angelegenheit Chinas und erlaubt keine ausländische Einmischung“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Qin Gang, gestern in Peking. Ausländische Regierungen warnte er vor Treffen mit dem Dalai Lama, nachdem etwa in Polen, Großbritannien und Frankreich die Bereitschaft geäußert worden war, das geistliche Oberhaupt der Tibeter zu empfangen. „Ihm eine Plattform für seine separatistischen Aktivitäten zu geben, ist nicht angemessen.“ Bei neuen Unruhen sind Berichten zufolge mindestens ein Polizist sowie ein tibetischer Mönch getötet worden. Nach Angaben von Exiltibetern sind bei den zehntägigen Protesten gegen die chinesische Fremdherrschaft rund 140 Menschen ums Leben gekommen.

Der Dalai Lama rief unterdessen seine Landsleute zu Gewaltfreiheit auf und drohte erneut mit Rücktritt. Sollte es weiterhin gewalttätige Demonstrationen gegen die chinesische Fremdherrschaft in Tibet geben, habe er keine Wahl, als sich von der politischen Bühne zurückzuziehen. Auf die Krise in Tibet habe er keinen Einfluss, sagte der Dalai Lama in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Daher könne auch er nur „abwarten“, wie sich die Situation entwickelt. Bei den seit Tagen andauernden Protesten von Exil-Tibetern in Nepals Hauptstadt Kathmandu wurden am Dienstag erneut mehr als hundert Demonstranten festgenommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, um eine Kundgebung vor der chinesischen Botschaft aufzulösen. Nepals Regierung unterstützt die umstrittene Tibet-Politik Chinas und hat angekündigt, anti-chinesische Proteste nicht zu tolerieren. Über eine Woche nach den blutigen Unruhen in Lhasa organisiert die chinesische Führung für ein Dutzend ausgewählter ausländischer Journalisten einen Besuch in der tibetischen Hauptstadt.