CSU: Ethische Einsicht gefordert

Brüssel (DT/pd) Der CSU-Europaabgeordnete Martin Kastler hat das Anbauverbot für Genmais begrüßt und zugleich ein konsequentes Eintreten seiner Partei in Fragen der Lebensethik gefordert. Das Genmaisverbot sei „überfällig und richtig“ gewesen, so Kastler. Allerdings hätte er sich solches Engagement bereits früher und in ethisch noch weitaus wichtigeren Fragen gewünscht. Etwa im vergangenen Jahr beim Thema Stammzellenforschung. „Ich finde es richtig, wenn wir nun unter anderem Schmetterlinge und Zweipunkt-Marienkäfer durch das Genmaisverbot schützen. Noch wichtiger wäre mir aber gewesen, wenn sich meine Partei im vergangenen Jahr genauso vehement für den Schutz menschlicher Embryonen eingesetzt hätte“, so Kastler am Donnerstag in Brüssel. 2008 hatte der Bundestag den Stichtag für importierte Stammzellen „einmalig“ verschoben, auch mit etlichen Stimmen aus dem CSU-Lager. Er hoffe nun, dass die CSU künftig in ethischen Fragen einen eindeutigen Kurs fahre. Keinesfalls wolle er der Technologiefeindlichkeit das Wort reden, stellt Kastler klar. Forschung sei wichtig und richtig. „Aber nicht alles, was der Mensch machen kann, soll er auch machen dürfen.“ Hier müsse der Gesetzgeber Grenzen setzen. „Beim Klonen, dem Schaffen von Schimären wie in Großbritannien, der Tötung von Embryonen oder Patenten auf Leben ist die Grenze bereits eindeutig überschritten“, warnt Kastler. Auch bei genveränderten Lebensmitteln mahnt er zu höchster Sorgfalt. Was einmal in der Welt sei, sei unumkehrbar. „Im Zweifel keine Experimente“, erklärt der Politiker. Die CSU müsse sich auf das „C“ und „S“ im Parteinamen rückbesinnen. „In der Bewahrung der Schöpfung sind wir den Grünen viel näher als der FDP oder der SPD.“ Bayern habe das erste Umweltministerium in Deutschland geschaffen, erinnert Kastler. Für die Zukunft sehe er auf allen politischen Ebenen die Chance für schwarz-grüne Bündnisse.