Breymaier gegen neues Prostituiertenschutzgesetz

Baden-Baden (DT/KNA) SPD-Landesvize Leni Breymaier hat das neue Prostituiertenschutzgesetz kritisiert, weil es Frauen nicht ausreichend schütze. 90 Prozent der Prostituierten in Deutschland seien Osteuropäerinnen in Zwangs- und Armutsprostitution, sagte Breymaier am Aktionstag gegen Prostitution dem Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. Sie ist zugleich Vorsitzende des Stuttgarter Vereins „Sisters“, der Frauen beim Ausstieg aus der Prostitution unterstützt. Breymaier sagte, inzwischen gingen selbst Abiturienten in der Gruppe ins Bordell. Frauen müssten für 30 Euro machen, was die Männer wollen. „Mit welchem Menschenbild schicken wir diese jungen Männer in die Welt hinaus?“, fragte die Politikerin. Aus ihrer Sicht gehe es vielen Freiern letztlich darum, Macht über Frauen auszuüben. Das nach langen Debatten von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Prostituiertenschutzgesetz soll am 1. Juli 2017 in Kraft treten. Prostituierte müssen sich künftig anmelden und Bordellbesitzer Vorgaben erfüllen. Ferner ist eine Kondompflicht vorgesehen. Nach vorsichtigen Schätzungen gibt es in Deutschland weit mehr als 200 000 Prostituierte; der größte Teil sind Armutsprostituierte aus Osteuropa. Kritiker sehen durch das Gesetz Prostituierte nicht ausreichend vor Missbrauch geschützt.