Passau

Bischof Oster wirbt für Klima-Demos

Die junge Generation gehe auf die Straße, weil sie die Dringlichkeit des Anliegens spüre, so der Passauer Bischof Stefan Oster: „Sie dürfen laut sein, sie dürfen rebellieren.“ Und er erklärt, dass Christen eine zweifache Perspektive auf den Klimaschutz hätten.

Bischof Oster unterstützt Klima-Demos von Jugendlichen
Man müsse sich eingestehen, so Oster, dass die junge Generation erreicht habe, dass das Thema Klimaschutz in seiner Dringlichkeit profilierter erkannt werde als zuvor. Im Bild: Teilnehmer einer "Fridays for Future"-Demonstration im Juni in Hamburg. Foto: Georg Wendt (dpa)

Der Passauer Bischof Stefan Oster wirbt für die weltweiten Demonstrationen für den Klimaschutz der Bewegung „Fridays for Future“ am kommenden Freitag. Die junge Generation gehe auf die Straße, weil sie die Dringlichkeit des Anliegens spüre, schreibt Oster, der auch Jugendbischof ist, in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite. „Junge Menschen drängen, sie dürfen laut sein, sie dürfen rebellieren, sie haben ein Anliegen!“

"Es geht nicht um Klimahysterie,
es geht auch nicht um
das Klima als Ersatzreligion"
Stefan Oster, Bischof von Passau

Oster betonte auch, dass es bei den Methoden immer noch um den gegenseitigen Respekt, „um das gemeinsame, demokratisch eingeübte Ringen“ gehe. „Es geht nicht um Klimahysterie, es geht auch nicht um das Klima als Ersatzreligion - und es geht schon gar nicht um Gewaltausübung zur Durchsetzung der Ziele.“

Wenn man als Erwachsener ehrlich sei, dann müsse man sich eingestehen, dass die junge Generation erreicht habe, dass das Thema Klimaschutz in seiner Dringlichkeit profilierter erkannt werde als zuvor, „auch von mir und vielen meiner Generation. Sie hat erreicht, dass es auf der politischen Agenda nach vorne kommt“. Dafür sei er dankbar, so der Passauer Bischof. Was die Politik daraus mache, sei eine andere Debatte.

"Wir können die Welt nicht retten"

Als Christen habe man eine zweifache Perspektive auf die Frage nach Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, schreibt Oster weiter. Zum einen glaubten Christen, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde sei - und dass er die Welt in Händen halte. Das bedeute: Wir können die Welt nicht retten. ER rettet die Welt, so wie ER es in seiner Vorsehung beschließt. Das gibt uns inneren Frieden und Gelassenheit.“

Gleichzeitig gelte, dass alle Christen auch Mitwirkende am Erhalt der Schöpfung seien. „Sie ist uns anvertraut als Gabe - und wir ehren den Geber, wenn wir mit seiner Schöpfung so umgehen wie mit einer Kostbarkeit aus Seinen Händen.“ Daher müsse man sich gemeinsam um die Bewahrung der Schöpfung kümmern. „Dieses Bewusstsein wächst weltweit.“

DT/mlu

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