„Besonnenheit ist die richtige Strategie“

Wer dem Terrorismus die Stirn bieten will, darf sich nicht terrorisieren lassen, meint Terrorismus-Expertin Kristina Eichhorst. Von Stefan Rehder

An Afghan policeman with a weapon stands at the site of a suicide attack in Kabul
Zu den Hochzeiten schlossen sich bis zu 2 000 „Foreign Terrorist Fighters“ pro Monat dem IS an. Heute sind es weniger als 50. Foto: dpa
An Afghan policeman with a weapon stands at the site of a suicide attack in Kabul
Zu den Hochzeiten schlossen sich bis zu 2 000 „Foreign Terrorist Fighters“ pro Monat dem IS an. Heute sind es weniger al... Foto: dpa
Frau Eichhorst, Sie erforschen seit langem Terror- und Sicherheitspolitik, waren Mitherausgeberin des „Jahrbuchs Terrorismus“ und befassen sich auch intensiv mit dschihadistischem Terror. Haben Sie keine Angst, Opfer eines Anschlages zu werden?

Ich würde Angst und Bedenken – oder Vorsicht – auseinanderhalten wollen. Angst ist ein Gefühl, das man, wenn man mental einigermaßen gesund ist, in einer akuten Situation hat, anschließend aber auch wieder abbaut. Dauerhafte Angst ist aus meiner Sicht kein normaler und gesunder Zustand. Insofern würde ich sagen, gibt es durchaus Bedenken, die man ab und zu hat, gerade wenn es akut einen Anschlag gab. Dann ist es auch eine menschliche Reaktion, darüber nachzudenken, welche Bedrohungen und Gefahren es im Alltag gibt. Aber dauerhafte Angst wäre sicherlich fehl am Platz. Und außerdem gilt: Wenn man dem Terrorismus die Stirn bieten will, darf man sich nicht terrorisieren lassen.

Viele hat der Axtangriff eines Flüchtlings in Würzburg und das gescheiterte Sprengstoffattentat in Ansbach in Angst und Schrecken versetzt. Manche zählen auch den Amoklauf eines Deutsch-Iraners in München und den Mord eines Syrers an einer Frau in Reutlingen dazu. Sie auch?

Beide Taten würde ich nicht dazuzählen, weil hier weder islamistische Motive noch Verbindungen zum IS oder anderen Organisationen nachgewiesen werden konnten. Vielmehr scheinen die Taten vor allem im persönlichen Bereich begründet zu liegen. Allerdings vermute ich dies auch bei vielen vorgeblich islamistischen Anschlägen, beispielsweise bei dem Attentäter von Orlando, der offenbar zahlreiche private Probleme hatte. Eine Unterscheidung zwischen Amoklauf und Attentat fällt da – gerade bei Einzeltätern – immer schwer. Insgesamt fällt bei den islamistischen Anschlägen der jüngsten Zeit jedenfalls auf, dass die sonst typische Kommunikation einer politischen Botschaft fehlt. Wenn Sie einmal eine Umfrage auf der Straße machen würden und nach den Zielen der Attentäter fragen würden, würden Sie vermutlich in ratlose Gesichter blicken.

Haben Sie die Berichterstattung der Medien und die Reaktionen in sozialen Netzwerken über die Anschläge und Gewalttaten als angemessen empfunden? Und falls nicht, was ließe sich verbessern?

Über die Rolle der Medien kann man lange diskutieren. Man kann darüber klagen, dass Manches aufgebauscht und drastischer als nötig dargestellt wird. Auch darüber, dass Bedrohungsängste wachgehalten werden, die sich schneller legten, wenn nicht immer wieder und in solcher Intensität über dieselben Anschläge berichtet würde, mag man klagen. Andererseits ist es Aufgabe der Medien, über solche Ereignisse zu berichten. Tun sie es nicht, entstehen Verschwörungstheorien. Insofern sind die Medien in einer sehr schwierigen Situation. Sie müssen ständig abwägen: Erledigen sie das Geschäft der Terroristen, indem sie ihnen Aufmerksamkeit schenken und mit der Berichterstattung auch ihre Botschaften verbreiten, oder kommen sie ihrer Aufgabe nach, uns zu informieren? Ich hielte es für wichtig, dass keine Namen und nicht allzu viele Details über Attentäter verbreitet würden. Damit könnte man dem Heldenmythos entgegenwirken, den viele Attentäter anstreben. Es müsste klar sein, dass sie als Individuen schnell in Vergessenheit geraten und keinesfalls durch ihre Tat unsterblich werden. Abgesehen hiervon halte ich es aber auch für wichtig, dass wir uns klarmachen, dass am Ende des Tages auch jeder Einzelne Verantwortung dafür trägt, wie stark er die mediale Berichterstattung an sich herankommen lässt.

Klären Sie uns auf?

Es gibt interessante Studien zu den Auswirkungen der Intensität, mit der ein Mensch Nachrichten konsumiert. Nach den Anschlägen auf den Marathon in Boston gab es Untersuchungen, dass Personen, die die Anschläge direkt miterlebt haben, weniger traumatisiert waren, als solche, die sich auf allen Kanälen die entsprechenden Bilder immer wieder angesehen hatten. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen dem, was direkt, und was indirekt erlebt wurde, ihm sozusagen vorgespielt wurde. Insofern liegt es schon auch in unserer Verantwortung, genau zu wissen, wieviel möchte ich und wieviel kann ich mir da selbst zumuten? Muss ich wirklich jedes Detail wissen? Man kann sich fragen, bis zu welchem Grad man wirklich informiert sein muss. Und hier spielen neben klassischen Medien dann auch die sozialen eine Rolle.

Inwiefern?

Viele Personen, mich eingeschlossen, erhalten zum Beispiel über ihr Handy Push-Nachrichten, die einen ständig auf den neuesten Stand bringen. Und wer Twitter, facebook & Co. nutzt, bekommt sogar ein und dieselbe Nachricht x-mal aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet. Alles Informationen, die es früher in dieser Intensität nicht gab. Deshalb sollte man sich fragen: Muss ich mich permanent diesem Nachrichtenstrom aussetzen oder mache ich das bewusst nicht und halte das ein bisschen fern von mir?

Zeigt Köln nicht auch, dass auch Staat und Politik besser kommunizieren müssen? Auch ihr Verhalten hat dazu geführt, dass Medien so spät berichteten. Und muss man aktuelle Reaktionen in sozialen Netzwerken nicht auch so deuten, dass weite Teile der Bevölkerung einen Mangel an Sicherheit verspüren – gleich, ob dieser nun tatsächlich oder nur gefühlt besteht?

Köln ist sicher ein Sonderfall. Nicht umsonst soll ein Untersuchungsausschuss prüfen, was dort alles schiefgelaufen ist. Insofern würde ich das einmal ausklammern. Wenn man stattdessen auf die Informationsstrategie der Regierung, speziell des Innenministeriums zum Thema Terrorismus schaut, glaube ich schon, dass das die richtige Strategie ist. Ich habe dort noch keinen Vertreter gesehen, der panisch über bevorstehende Anschläge berichtet hätte. Die strahlen vielmehr sehr stark Besonnenheit aus. Für richtig halte ich auch, dass ehrlich und offen mit der Tatsache umgegangen wird, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Es ist wichtig, dass uns kein Ausmaß an Sicherheit vorgegaukelt wird, das es de facto nicht geben kann. Das wäre auch nicht glaubwürdig. Deutschland handhabt das – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – bislang sehr gut. So sind schwerbewaffnete Polizisten bei uns eher die Ausnahme. Wir müssen nicht den Eindruck haben, in einem Sicherheitsstaat zu leben, in dem der permanente Ausnahmezustand herrscht. Gleichzeitig beweist Deutschland viel Kompetenz bei der Vereitelung von Anschlägen, wenngleich wir bislang auch Glück gehabt haben dürften.

Vergangene Woche haben Sicherheitsbehörden in Schleswig-Holstein drei Männer mit gefälschten syrischen Pässen festgenommen. Die Fahnder gehen davon aus, dass der IS Kämpfer mit falschen Pässen ausstattet und gezielt auch nach Deutschland entsendet, um Anschläge zu verüben. Sie haben sich intensiv mit dem Phänomen der „Foreign Terrorist Fighters“ beschäftigt. Würden Sie das näher skizzieren und einordnen?

Zunächst: Es ist kein neues Phänomen. Schon während des Afghanistan-Krieges der Sowjetunion haben wir gesehen, dass junge Männer aus muslimischen Staaten nach Afghanistan reisten, um dort zu kämpfen. Seit Beginn des Krieges in Syrien konnte man dies auch dort beobachten, nun allerdings als ein globales Phänomen: Die heutigen „Foreign Fighters“ stammen aus mehr als hundert Staaten, viele von ihnen auch aus Europa. Ende letzten Jahres wurde geschätzt, dass insgesamt mehr als 30 000 Personen nach Syrien und den Irak gereist sind, rund 6 000 davon aus Europa, vielleicht auch mehr. Die Dunkelziffer ist hier relativ hoch. Die ersten von ihnen reisten schon 2012/2013 nach Syrien – damals, um gegen das Regime von Bashar al-Assad zu kämpfen und die von ihm verfolgten Sunniten zu unterstützen. Mit dem Erfolg des IS und der Ausrufung des Kalifats im Sommer 2014 begann die Hochphase dieser Entwicklung: Mehr als 2 000 Menschen pro Monat schlossen sich damals dem IS an, viele von ihnen allerdings nun aus ganz anderen Gründen. Sie wollten am Aufbau des neuen Staates mitwirken, hofften, sich dort ein „erfolgreiches“ Leben aufzubauen, das ihnen in ihren Heimatländern nicht möglich schien. Sie wollten zur Elite gehören, zur Speerspitze derer, die das Kalifat aufbauten und denen häufig ein Abenteurer-Leben mit gewissem Luxus versprochen wurde. So wurden zum Beispiel Bilder von Villen gepostet, in denen die Kämpfer angeblich lebten. Auch Freundschaft spielte eine Rolle. Ging einer vor, reiste später der ganze Freundeskreis nach. Man kann sagen, dass die ursprünglich eher politischen Motive der Kämpfer von Motiven der Sinnsuche und der Erfüllung bestimmter Träume abgelöst wurden, die gerade junge Menschen hegen. Viele Kämpfer sind noch sehr jung.

Von denen auch etliche umkamen...

Richtig. Es gibt Berichte, dass gerade diejenigen, die kein Arabisch konnten und daher schlecht zu integrieren waren, sehr schnell als Selbstmordattentäter eingesetzt wurden. Später bildeten sich auch Einheiten, in denen Deutsch und andere Sprachen gesprochen wurden. Einige der europäischen Kämpfer sind weiterhin vor Ort, andere in Kampfgebiete nach Libyen weitergereist. Aber natürlich sind auch etliche Kämpfer zurückgekehrt. Hier gab es bereits erste Prozesse und Verurteilungen, aber es sind auch etliche hier, denen man bislang nichts nachweisen konnte. Sie werden von den Sicherheitsbehörden als große Bedrohung wahrgenommen, vor allem, wenn sie Kampferfahrung sammeln konnten.

Der IS hat zuletzt viel wichtiges Territorium in Syrien und im Irak verloren. Für das Frühjahr ist eine Offensive der Anti-IS-Koalition in Mossul geplant. Manche reden bereits von der Vernichtung des IS. Macht das Terroristen aber nicht noch gefährlicher?

Genau das ist die Befürchtung. Der IS hat dies auch klar kommuniziert: Verübt Anschläge in euren Ländern, anstatt ins Kalifat zu reisen! Es gibt zudem Hinweise, dass sogenannte „Hit-Teams“ nach Europa geschickt wurden, sowie darauf, dass der IS auch Einzelpersonen „fernsteuert“. Das gilt sowohl für Würzburg, als auch für Ansbach. Beide Täter scheinen über Instant Messenger-Programme wie WhatsApp und andere ein „Coaching“ erhalten zu haben, mit dem ihnen vermittelt wurde, wie sie vorgehen sollten. Für die jetzt in Schleswig-Holstein Festgenommenen gilt Ähnliches. Das zeigt, dass der physische Kampf, also das Bekämpfen des IS auf seinem Territorium, nicht unbedingt dazu führt, dass auch seine terroristische Kapazität geschwächt wird. Doch es gibt auch Positives: Die Zahl der Personen, die noch nach Syrien und in den Irak reisen, ist inzwischen verschwindend gering. Während sich zu den Hochzeiten pro Monat bis zu 2 000 Personen aus aller Welt dem IS anschlossen, geht man heute davon aus, dass es weniger als 50 sind. Hierfür gibt es viele Gründe; unter anderem haben zahlreiche Staaten die Ausreisen in die Region erschwert. In Tunesien, dem von diesem Phänomen am stärksten betroffenen Staat, müssen zum Beispiel Männer unter 35 Jahren eine Genehmigung ihrer Eltern vorlegen, wenn sie das Land verlassen wollen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Sicherung der türkisch-syrischen Grenze besser funktioniert. Früher wurde der Türkei vorgeworfen, sie betreibe dies nicht gut genug. Das ist offenbar inzwischen anders. Auch scheint sich die Kooperation mit europäischen Sicherheitsbehörden deutlich verbessert zu haben, viele europäische Staaten haben Liaison-Beamte nach Ankara entsandt, die dort direkt mit den türkischen Behörden zusammenarbeiten, um die Ausreisen von Kämpfern zu verhindern. Am wichtigsten erscheinen aber die militärischen Erfolge gegen den IS. Sie haben ihm Nimbus und Attraktivität genommen. Aufgrund der Schwäche, die er jetzt zeigt, mag vielen jungen Menschen klar geworden sein, was es wirklich bedeutet, wenn sie sich auf den IS einlassen; sehr häufig nämlich den eigenen Tod. Und dass Gebiete zurückerobert wurden, heißt auch, dass sie befreit wurden. Auch das ist positiv. Der IS hat dabei extrem viele Kämpfer verloren. Seit Beginn der Kampagne der Anti-IS-Koalition sind rund 45 000 von ihnen getötet worden.

Täuscht der Eindruck, dass sich der Kampf gegen den Terrorismus mehr mit den Symptomen, als mit der Krankheit selbst befasst. Oder ist gegen diese kein Kraut gewachsen?

Hier würde ich zwischen der nationalen Ebene in Deutschland und einer internationalen unterscheiden. In Deutschland ist das ein Thema, das erkannt wurde. Das Phänomen der „Foreign Terrorist Fighters“ hat uns vor die Frage gestellt, wie es eigentlich sein kann, dass hier mehr als 800 junge Menschen den Eindruck hatten, in einer Kriegsregion gäbe es ein besseres Leben für sie als in Deutschland. 800 heißt natürlich auch: Es gibt Millionen von jungen Menschen in Deutschland – Menschen mit Migrationshintergrund und islamischem Glauben, wie auch Konvertiten – die nicht nach Syrien und in den Irak gereist sind, nicht von der IS-Propaganda inspiriert wurden und sich nicht radikalisiert haben. Das sollte man immer im Hinterkopf haben. Nichtsdestotrotz gibt es dieses Phänomen und diese extreme Begeisterung und da kann man schon die Frage stellen, was fehlt oder muss hier anders laufen und wie kann eine Gesellschaft darauf reagieren.

Und gibt es darauf schon eine Antwort?

Was sämtliche Untersuchungen bisher zeigen, ist, dass Sinnsuche, sich Zugehörigfühlen zu einer Gesellschaft, das Gefühl, hier habe ich einen Platz und die Chance, meinen Weg zu finden, ein für viele wichtiges Thema ist. Kein sozio-ökonomisches, bei dem es um 400 Euro mehr im Monat geht, sondern ein ideelles. Insofern glaube ich, ist es wichtig und möglich, mit entsprechenden Angeboten ein Phänomen zu bekämpfen, das viel tiefere Wurzeln hat.

Nämlich?

Letztlich ist es klassische Sozialarbeit, die diese Jugendlichen auffangen, auf sie eingehen und dem Gefühl, ich gehöre nicht dazu oder finde hier nicht den Sinn meines Lebens, entgegenwirken kann. Dazu gehört auch, dass man mit den Eltern arbeitet, die bemerken, dass ihre Kinder sich verändern und gegebenenfalls radikalisieren. Natürlich gehören auch Angebote in der Schule dazu. Da wird bereits viel gemacht, obwohl man das sicherlich noch weiter ausbauen kann. Aber im Prinzip haben wir da schon viel erkannt und innerhalb sehr kurzer Zeit auch viele Initiativen auf den Weg gebracht. Etwas anderes ist die internationale Ebene und die Frage, ob man Terrorismus und insbesondere den islamistischen Terrorismus erfolgreich an den Wurzeln bekämpfen kann. Da kann man natürlich fragen, inwiefern der Irakkrieg und Guantanamo dazu beigetragen haben, dass sich dieser verstärkt hat? Allerdings gilt auch: 9/11 lag vor all dem. Und auch davor gab es islamistischen Terrorismus, auch wenn wir ihn in seiner ganzen Dimension erst am 11. September 2001 kennengelernt haben.

Es muss also noch etwas Drittes geben?

Im Wesentlichen handelt es sich meiner Meinung nach um einen Machtkampf innerhalb dieser Staaten, den ich auch nicht auf den Kampf von Sunniten gegen Schiiten beschränken würde. Häufig ist es ein innersunnitischer Machtkampf, der da ausgetragen wird. Und wenn man in die Region reist und mit Akteuren spricht, fällt auf, dass es ihnen oft an einer selbstkritischen Reflexion dessen mangelt, was in diesen Ländern geschieht. Das ist von Land zu Land unterschiedlich, aber wenn wir uns etwa Syrien angucken, handelt es sich hier im Wesentlichen um einen Aufstand gegen das Assad-Regime. Ein Kampf gegen ein massiv autoritär auftretendes Regime, in dem Folter an der Tagesordnung war und die allgemeine Bevölkerung unter schlechter Regierungsführung litt. Schlecht regiert werden eigentlich fast alle Länder in der Region. Die dortigen Eliten sind zu good governance nicht in der Lage oder nicht willens: Armut und Korruption zu bekämpfen und grundlegende staatliche Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Da dann immer den Blick nach außen zu richten und Verschwörungstheorien heranzuziehen, statt die Verantwortung bei sich selbst zu suchen, halte ich für einen schweren Fehler. Damit will ich nicht den Blick von etwaigen Fehlern, die einzelne Staaten oder die internationale Gemeinschaft in der Region begangen haben, ablenken. Aber es liegt trotz alledem in der Verantwortung der Eliten der Region, ein vernünftiges Staatswesen aufzubauen und grundlegende staatliche Leistungen anzubieten. Wer es aber nicht schafft, sich selbstkritisch zu reflektieren, kann aus eigenen Fehlern nicht lernen und wird sich aus der Misere auch nicht selbst befreien können. Der erste Schritt dazu wäre ein offener, selbstkritischer Dialog. Leider hat der Arabische Frühling aber nicht zu einer offene Debatte über die Zustände der Regime geführt.