Benedikt XVI. kommt nach Deutschland

Erster Staatsbesuch in der Heimat: Der Papst reist 2011 nach Berlin, Erfurt und Freiburg – Zollitsch: „Bedeutender Moment im Leben unseres Landes und unserer Kirche“.

Papst Benedikt XVI. kommt nach Deutschland. Foto: dpa
Papst Benedikt XVI. kommt nach Deutschland. Foto: dpa

Bonn/Berlin (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. kommt 2011 nach Deutschland. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mitteilte, soll der Besuch voraussichtlich im September stattfinden. Der Papst werde dabei in den Erzbistümern Berlin und Freiburg sowie im Bistum Erfurt zu Gast sein. Es handelt sich um die dritte Deutschlandreise des Papstes. Nach dem Besuch des Weltjugendtags 2005 in Köln und der Pastoralreise nach Bayern 2006 ist die bevorstehende Visite der erste Staatsbesuch von Benedikt XVI. in seinem Heimatland.

Die Ankündigung löste bei Politikern und Kirchenvertretern positive Reaktionen aus. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, sprach von einem „Zeichen der Ermutigung und Zuversicht“. Der Besuch des Papstes werde „ein bedeutender Moment im Leben unseres Landes und im Leben unserer Kirche sein“, so Zollitsch: „Ich bin der festen Überzeugung, dass von ihm für viele Menschen kraftvolle Impulse ausgehen werden.“ Für sein Freiburger Erzbistum sagte Zollitsch, die gesamte Diözese freue sich auf dieses „herausragende Ereignis“. Auch der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky zeigte sich erfreut über die Ankündigung. Ähnlich äußerte sich der Erfurter Bischof Joachim Wanke. „Für das Bistum Erfurt ist es eine große Ehre und Auszeichnung, dass bei dieser Reise auch an einen Aufenthalt des Papstes hier in Thüringen gedacht wird.“

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), sagte: „Der Besuch des aus Deutschland stammenden Kirchenoberhaupts in seinem Heimatland und in dessen Hauptstadt hat in seiner Einzigartigkeit historische Qualität.“ Wowereit weiter: „Ich heiße Papst Benedikt XVI. auf das Herzlichste willkommen in Berlin.“ Als „hohe Ehre für Baden-Württemberg“ hat Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) den Papstbesuch bezeichnet. Mappus, der derzeit in Vietnam ist, würdigte in einer Erklärung das Kirchenoberhaupt als „scharfsinnigen Gesprächspartner mit klaren Standpunkten“. Benedikt XVI. sei „sehr gut über Baden-Württemberg informiert“, sagte Mappus unter Hinweis auf sein Gespräch mit dem Papst Ende September in CastelGandolfo. Mappus betonte, Benedikt XVI. habe als Hochschullehrer in Tübingen gelehrt und daher direkte Verbindungen und persönliche Erinnerungen an Baden-Württemberg. Und wörtlich: „Ich freue mich auch für die Menschen im Land, dass sie im kommenden Jahr die besondere Möglichkeit haben werden, den Papst in Baden-Württemberg persönlich zu erleben.“

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) betonte in einer eigens einberufenen Pressekonferenz, mit dem Besuch des Papstes gehe für viele Thüringerinnen und Thüringer ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Die evangelische Theologin bezeichnete den Besuch als eine Anerkennung für die Unbeugsamkeit der katholischen Christen in Zeiten der Teilung. Zugleich sei er eine Anerkennung für die Aufbauleistung in den neuen Bundesländern. Benedikt XVI. gebe mit seinem Kommen ein ganz klares Signal für christliche Werte, für Orientierung und für Halt, den viele Menschen bräuchten.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, gab die Information zum Papstbesuch in seiner Eröffnungsrede zur laufenden ZdK-Herbstvollversammlung in Bonn bekannt. Die Teilnehmer reagierten mit spontanem Applaus. ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper sagte dieser Zeitung: „Der Papst kommt in einer historischen Stunde, das ist für die Katholiken in Deutschland eine großartige Chance.“ Peter Weiß, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Emmendingen bei Freiburg, Mitglied des ZdK und des Freiburger Diözesanrates sagte: „Dass der Papst nach Freiburg kommt, ist eine inhaltliche Aussage.“ ZDF-Chefredakteur Peter Frey mahnte am Rande des Treffens, die katholische Kirche in Deutschland müsse bis zum Papstbesuch konkrete Schritte zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals geleistet und Vertrauen zurückgewonnen haben. „Sonst wird alles auf den Papstbesuch abgewälzt.“

Papst Benedikt XVI. kommt nach Deutschland. Foto: dpa
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