Berlin

ADF beklagt Christenverfolgung in Südasien

In Ländern wie Pakistan, Nepal, Sri Lanka oder Indien seien christliche und andere Minderheiten massenhafter Gewalt ausgesetzt, beklagt eine ADF-Anwältin in einer Rede vor dem Stephanuskreis im Bundestag. Von der Bundesregierung fordert sie verstärkten Einsatz für religiös Verfolgte.

Christenverfolgung in Südasien
In Ländern wie Pakistan, Nepal, Sri Lanka oder Indien verstärke aber das Versagen der Behörden, die Täter strafrechtlich zu verfolgen, die extreme soziale Feindseligkeit gegenüber Minderheiten, so ADF-Anwältin Arora. Im Bild: eine Kirche hinter Stacheldraht auf den Philippinen. Foto: Fr. Dr. Andrzej Halemba

Die christliche Menschenrechtsorganisation „ADF International“ hat auf die Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten in Südasien aufmerksam gemacht. In vielen Teilen Südasiens gebe es keine oder nur geringe Religionsfreiheit, obwohl sie in vielen Ländern in den Verfassungen verankert sei. Dies erklärte die indische Anwältin Tehmina Arora in einer Rede vor dem Stephanuskreis im Bundestag.

Religionsfreiheit zu diplomatischer Priorität erklären

„Niemand soll aufgrund seines Glaubens verfolgt werden.“ In Ländern wie Pakistan, Nepal, Sri Lanka oder Indien verstärke aber das Versagen der Behörden, die Täter strafrechtlich zu verfolgen, die extreme soziale Feindseligkeit gegenüber Minderheiten. Diese würde sich oft in Form von Massengewalt manifestieren, so Arora, Leiterin der juristischen Arbeit von ADF International in Asien.

Von der internationalen Gemeinschaft, insbesondere von einflussreichen Ländern wie Deutschland, forderte die Juristen, eine entscheidende Rolle beim Schutz von Minderheiten einzunehmen, „indem sie Religionsfreiheit zu einer diplomatischen Priorität erklären”.

"Als politische Vertreter müssen wir die
grundrechtlichen Freiheiten auf der
ganzen Welt schützen und fördern"
Heribert Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Stephanuskreises

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte, Vorsitzender des Stephanuskreises, erinnerte an die „wichtige Rolle Abgeordneter“, für Menschenrechte und Religionsfreiheit einzutreten. „Als politische Vertreter müssen wir die grundrechtlichen Freiheiten auf der ganzen Welt schützen und fördern.“ Arora habe darauf aufmerksam gemacht, dass Deutschland einen großen Unterschied auf der internationalen Bühne machen könne, „indem es sicherstellt, dass Menschenrechte in jedem Land respektiert werden und jede Regierung ihren Verpflichtungen nachkommt”.

Mehrere aktuellen Studien zeigen das besorgniserregende Ausmaß an religiöser Verfolgung dem Christen in zahlreichen Ländern weltweit ausgesetzt sind. Das „Pew Research Center“ kam beispielsweise zu der Erkenntnis, dass Christen in mehr als zwei Dritteln aller Länder weltweit diskriminiert würden. Bereits im Juli hatte das britische Außenministerium einen Bericht in Auftrag gegeben, der Christen als die am meisten verfolgte religiöse Gruppe sieht.

Der Stephanuskreis ist eine interreligiöse Gruppe von 80 Abgeordneten innerhalb der Unionsfraktion im Bundestag, die sich gegen die Verfolgung von Christen und allgemein für die Religions- und Glaubensfreiheit einsetzten.

DT/mlu