Erfurt/Würzburg

24 Prozent der Deutschen hätten kein Problem mit EU-Auftrennung in Ost und West

Fänden die Deutschen es schlimm, wenn sich die EU in eine Ost- und Westunion auftrennen würde? Eine relative Mehrheit ist dagegen, wie eine repräsentative Tagespost-Umfrage ergibt. Nur bei den Anhängern einer Partei liegen die Mehrheitsverhältnisse anders.

Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs
Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich fände es nicht schlimm, wenn sich die Europäische Union in eine Ost- und Westunion auftrennen würde.“ Foto: John Thys (Pool AFP/AP)

Fast ein Viertel der Deutschen (24 Prozent) fänden es nicht schlimm, wenn sich die Europäische Union in eine Ost- und Westunion auftrennen würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Dagegen ist eine relative Mehrheit von 44 Prozent gegenteiliger Ansicht. 23 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. 

Katholiken stimmen zu 23 Prozent zu

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich fände es nicht schlimm, wenn sich die Europäische Union in eine Ost- und Westunion auftrennen würde.“ Am häufigsten sind Befragte in der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren der Ansicht, die EU könne sich in eine Ost- und Westunion auftrennen (28 Prozent). Bei älteren und jüngeren Befragten nimmt dieser Anteil jeweils ab. 

Von den katholischen Befragten finden es 23 Prozent nicht schlimm, wenn sich die Europäische Union in eine Ost- und Westunion auftrennen würde. Eine relative Mehrheit von 43 Prozent in dieser Gruppe ist gegenteiliger Ansicht. Unter Protestanten finden es 26 Prozent nicht schlimm, wenn sich die EU in eine Ost- und Westunion auftrennen würde – das Gegenteil trifft für 47 Prozent zu. Bei den freikirchlichen Befragten liegt die Zustimmung zur Aussage bei 27 Prozent, die Ablehnung bei 34 Prozent. 37 Prozent in dieser Gruppe wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. 

Linken-Wähler gespalten

Die Erhebung, für die 2.064 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 16. und dem 19. Juli befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Einzig Wähler der AfD (47 Prozent; Zustimmung, 28 Prozent Ablehnung) fänden eine Auftrennung der EU in eine Ost- und Westunion relativ mehrheitlich nicht schlimm. Bei den restlichen Wählergruppen überwiegt jeweils die Ablehnung der Aussage. Unter Anhängern der Linken fänden immerhin noch 37 Prozent eine Auftrennung nicht schlimm, 47 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Darauf folgen FDP-Wähler mit 31 Prozent Zustimmung. Bei Union-Wählern sind es 24 Prozent, bei SPD- und Grünen-Wählern 22 Prozent.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Hier kostenlos erhalten!