130 Kopten auf der Todesliste

Wien (sb) Eine islamistische Organisation aus dem Irak hat 130 koptische Christen, von denen 14 in Österreich wohnhaft sind, auf eine Todesliste gesetzt. Dies bestätigte am Dienstag eine Mitteilung des österreichischen Innenministeriums. „Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest der koptischen Glaubensgemeinschaft am 6. Januar 2011 werden geeignete Sicherheitsmaßnahmen getroffen“, heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums. In Wien wandten sich Kopten an das „Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung“. Den österreichischen Sicherheitsbehörden sind bisher allerdings keine Verbindungen der irakischen Organisation nach Österreich bekannt. In Österreich leben mindestens 5 000 Kopten.

Eine Wiener Tageszeitung berichtete, dass der im Irak tätige Al-Kaida-Ableger „Islamischer Staat Irak“ die Todesliste bereits Anfang November im Internet veröffentlicht habe. Diese Organisation bekannte sich zu dem Blutbad in der syrisch-katholischen Kirche in Bagdad, bei dem 58 Menschen ums Leben kamen, und soll auch an dem Terroranschlag in Stockholm vor Weihnachten beteiligt gewesen sein. Die Terrorgruppe, die damit droht, „die Löwen des Krieges“ loszulassen, spricht auch Drohungen gegen das Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Papst Schenouda III., aus. Während des vergangenen Weihnachtsfestes, am 6. Januar 2010, wurden in Nag Hammadi acht koptische Besucher der Christmette von Attentätern ermordet.

Der Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Österreich, Gabriel Anba, bestätigte gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“, er habe bereits vor dem Bekanntwerden der Liste davon gewusst, habe dem Ganzen aber keine mediale Öffentlichkeit geben oder gar Panik in der Bevölkerung verbreiten wollen. Man lebe „ganz normal“ weiter, sei aber natürlich vorsichtig. „Wir sind in Gottes Hand. Gott wird uns schützen“, sagte der Bischof. Auch sei Österreich eine „Oase des Friedens“ und er hoffe, „dass es auch so bleibt“.