Stephanuskreis: Schicksal entführter Erzbischöfe muss aufgeklärt werden

Im Fall der seit fünf Jahren entführten syrisch-orthodoxen Erzbischöfe aus Aleppo bittet der Stephanuskreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion um mehr Unterstützung durch die Bundesregierung.

Am 22. April 2018 erinnern Aramäer weltweit an den schmerzhaften 5. Jahrestag der Entführung der beiden Erzbischöfe. Gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, setzt sich der Stephanuskreis-Vorsitzende Heribert Hirte für die Aufklärung des Fal... Foto: Stephanuskreis

Im Fall der seit fünf Jahren entführten syrisch-orthodoxen Erzbischöfe aus Aleppo bittet der Stephanuskreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion um mehr Unterstützung durch die Bundesregierung. „Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und seinen griechisch-orthodoxen Amtsbruder Paul Yazigi lebend wiederzufinden.", so der Vorsitzende des überkonfessionellen Forums, Heribert Hirte. Allerdings bedürfe die Suche nach den beiden hochrangigen Erzbischöfen der Unterstützung durch die Bundesregierung.
 
Mit der Entführung der Erzbischöfe wollten die islamistischen Rebellen gezielt Angst unter den Christen in Syrien schüren und ihnen zeigen, dass sie nicht länger willkommen seien, erklärt Hirte in einer Pressemitteilung. Viele Tausende hätten in den vergangenen Kriegsjahren ihre Heimat verlassen müssen. "Diesen Exodus können wir noch stoppen, wenn wir die christlichen Gemeinden vor Ort besser unterstützen, ihnen neue Hoffnung auf eine Zukunft in ihrem Land geben – und dazu gehört unbedingt auch, den Fall der zwei entführten Bischöfe aufzuklären."

Beide Würdenträger gelten laut Hüppe als Verfechter der friedlichen Koexistenz von Muslimen, Christen und weiterer Religionsgemeinschaften und Volksgruppen in Syrien. Erzbischof Mor Gregorios Yohanna Ibrahim rief vor seiner Entführung zu Versöhnung, Vergebung und gegenseitigem Dialog auf. "Das Ziel Deutschlands ist doch die Bewahrung des pluralistischen Gefüges der syrischen Gesellschaft, helfen wir also den Christen vor Ort wo immer wir können“, fordert der Vorsitzende des Stephanus-Kreises auf.
 
Der syrisch-orthodoxe Metropolit Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und sein griechisch-orthodoxer Amtskollege Boulos Yazigi waren am 22. April 2013 nahe der Stadt Aleppo von islamistischen Rebellen entführt worden. Der Vorfall ereignete sich in einer von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrollierten Region. Dabei wurde der Fahrer und Subdiakon von Bischof Ibrahim, Fatha’Allah Kabboud, ermordet. Weiterhin gibt es keine Hinweise zum Gesundheitszustand der Bischöfe oder zu möglichen (Lösegeld-) Forderungen der Täter. Sämtliche Bemühungen für eine Freilassung blieben bisher erfolglos.

DT/pm