Nürnberg

Sozialethiker Alt verteidigt Juso-Chef Kühnert

Der Vorsitzende der „Jungsozialisten“ stelle eine wichtige und richtige Frage, so der katholische Sozialethiker Jörg Alt. Dafür sollten ihm gerade Christen und christliche Politiker dankbar sein.

Debatte um Kevin Kühnerts Sozialismus-Thesen
„Was unser Leben bestimmt, soll in der Hand der Gesellschaft sein und demokratisch von ihr bestimmt werden", fordert Kevin Kühnert. Foto: Gregor Fischer (dpa)

Der Jesuitenpater Jörg Alt verteidigt den Vorsitzenden der „Jungsozialisten“, Kevin Kühnert, gegen die Kritik an seinen jüngst in einem Interview mit der „Zeit“ geäußerten Thesen zum Sozialismus. „Kevin Kühnert stellt eine richtige und wichtige Frage, nämlich die, ob ein ,Weiter-so-und-mehr-davon“ die Antwort auf unsere aktuellen Gegenwartsprobleme ist, oder ob wir nicht alle verstärkt mit Alternativen dazu beschäftigen müssen.“ Dies schreibt Alt in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“.

"Auch Papst Franziskus fordert die Suche nach Alternativen zum Neoliberalismus"

Dafür, so der katholische Sozialethiker, sollten gerade Christen und christliche Politiker dankbar sein. „Denn auch Papst Franziskus fordert die Suche nach Alternativen zum Neoliberalismus ein, ohne dass seine Appelle bislang zu einer angemessenen praktischen Diskussion geführt hätten.“

Darüber hinaus fragt Alt, was falsch sei an Kühnerts These: „Was unser Leben bestimmt, soll in der Hand der Gesellschaft sein und demokratisch von ihr bestimmt werden.“ Der Jesuit stimmt dem SPD-Politiker zu, der behauptet, dass die Gesellschaft schon lange nicht mehr systemisch diskutiere.

Kühnerts Kritiker hätten auf der Sachebene keine Antworten

Zwar könne man zu  Kühnerts Analyse der Ausgangssituation  verschiedener Meinung sein und ihm auf der Sachebene bessere Vorschläge entgegenstellen, schreibt Alt weiter. Alle aber, die ihn persönlich attackierten, würden damit zweierlei beweisen: „Auch sie ahnen, dass die Zeit des ,“Weiter-so-und-mehr-davon' wirklich vorbei ist.“ Zudem zeigten sie ihre Hilflosigkeit, da sie auf der Sachebene keine Antworten oder Alternativen hätten.

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DT