Österreich: Bürgerinitiative gegen Leihmutterschaft

Leihmutterschaft widerspreche Menschen-, Kinder- und Frauenrechten, lautet die These des Vereins "Stoppt Leihmutterschaft". Dieser setzt sich nun für ein globales Verbot ein.

Zwillinge von der Leihmutter
Maximilian und Jill (r) spielen am 07.08.2014 in ihrem Kinderzimmer in einer Stadt in Deutschland. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Das aber hindert viele ungewollt Kinderlose nicht daran, ihr Glück im Ausland zu suchen. Sara und Sven sind diesen Weg gegangen: Ihre Z... Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

Nach Frankreich, Großbritannien, Schweden, Italien und Rumänien haben sich nun auch in Österreich Experten zusammengeschlossen, um mit einer Bürgerinitiative für ein globales Verbot von Leihmutterschaft zu kämpfen. Leihmutterschaft widerspreche Menschen-, Kinder- und Frauenrechten und ist Kinderhandel. So lautet der gemeinsame Konsens von Vertretern verschiedenster Weltanschauungen, die im Verein "Stoppt Leihmutterschaft" zusammenarbeiten. Am Montag stellten sich die Initiatoren in Wien erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor. Ins Leben gerufen wurde der Verein im Jahr 2017 von einer Expertenrunde aus Kinderärzten, Psychologen, Ethikern, Juristen und Hebammen rund um die Journalistin und Publizistin Eva Maria Bachinger. Gemeinsam wolle man eine öffentliche Debatte anregen und über die Folgen von Leihmutterschaft informieren, hieß es bei der Präsentation. Herzstück der Kampagne ist die Plattform www.stoppt-leihmutterschaft.at, auf der seit Februar 2018 eine Petition für ein globales Verbot der umstrittenen Praxis unterschrieben werden kann.

Binnen weniger Tage erhielt die Petition zahlreiche prominente Unterstützer, darunter die deutsche Feministin Alice Schwarzer, die Journalistin Elfriede Hammerl, der Politologe Emmerich Talos, die Chirurgin Hildegunde Piza, die ehemalige Wiener SPÖ-Frauengesundheitsbeauftragte und Psychologin Beate Wimmer-Puchinger und der frühere ÖVP-Behindertensprecher Franz Joseph Huainigg. Rückendeckung erhält der Verein auch von Vertretern kirchlicher Organisationen, wie etwa Stephanie Merckens vom "Institut für Ehe und Familie", Susanne Kummer vom "Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik" (IMABE), Martina Kronthaler von der "Aktion Leben" und der Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung, Veronika Pernsteiner.

Begründet wird das Streben nach einem globalen Verbot unter anderem mit Kinder- und Frauenrechten. "Wollen wir, dass alles zur Ware wird und dass es auch Kinder zu kaufen gibt?", stellte Bachinger bei der Veranstaltung in Wien in den Raum. Bereits 2015 unterzog sie die Angebote zu assistierter Fortpflanzung in ihrem Buch "Kind auf Bestellung" einer harten Kritik mit dem Ergebnis: "Leihmutterschaft ist de facto Kinderhandel und muss daher global verboten werden."

DT/KAP