München gedenkt der Mitglieder der "Weißen Rose"

Die Mitglieder der NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" wurden am 18. Februar 1943 festgenommen worden. Am Donnerstag gedenkt die Stadt München der Hinrichtung der Geschwister Hans und Sophie Scholl.

Die Weiße Rose kämpfte gegen Grausamkeit
ARCHIV - Unbekannt, Deutschland: Hans und Sophie Scholl (undatierte Aufnahmen), Gründer bzw. Mitglieder der Widerstandsgruppe «Weiße Rose» an der Münchner Universität, wurden nach einer Flugblattaktion gegen die Herrschaft des NS-Regimes am 18.02.1943 verhaftet, vom Volksgerichts... Foto: dpa (dpa)

Die Stadt München gedenkt am Donnerstag der Hinrichtung der Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie von Christoph Probst. Die Mitglieder der studentischen NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ waren am 18. Februar 1943 wegen der Verbreitung von Flugblättern festgenommen worden. Zur Last gelegt wurde ihnen „landesverräterische Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung“. Am 22. Februar verurteilte sie der NS-Volksgerichtshof zum Tod durch das Fallbeil. Das Urteil wurde noch am selben Tag vollstreckt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird am Todestag um 10.30 Uhr am Grab der Geschwister Scholl und von Probst auf dem Friedhof am Perlacher Forst einen Kranz der Landeshauptstadt niederlegen. Wie die Stadt in der „Rathaus-Umschau“ ankündigte, werden auch Familienangehörige der Hingerichteten und Hildegard Kronawitter, Vorsitzende der Weiße-Rose-Stiftung, daran teilnehmen. „Ich habe großen Respekt vor dem Mut der Mitglieder der 'Weißen Rose', dass sie hingeschaut, sich empört und unter dem Einsatz ihres Lebens gehandelt haben“, sagte Reiter. Der Mut, der erforderlich gewesen sei, sich der menschenverachtenden NS-Diktatur entgegenzustellen, müsse unvorstellbar groß gewesen sein. Die aufrechte Haltung dieser jungen Menschen solle den Bürgern heute ein Vorbild sein. Die Erinnerung an die Mitglieder der „Weißen Rose“ aufrecht zu erhalten, sei deshalb für die Stadt München Auftrag und Wille zugleich, betonte der Oberbürgermeister.

Unweit der Grabstätten für die ersten Opfer der Widerstandsgruppe findet sich auch die letzte Ruhestätte eines weiteren Mitglieds, nämlich von Alexander Schmorell. Er wurde am 13. Juli 1943 hingerichtet. An seinem Todestag werde die Landeshauptstadt in aller Stille einen Kranz niederlegen, heißt es. Ebenso für Professor Kurt Huber, der gleichfalls an diesem Tag hingerichtet wurde und auf dem Münchner Waldfriedhof beerdigt ist. Willi Graf, auch Mitglied der „Weißen Rose“, wurde am 12. Oktober 1943 hingerichtet. Auf Wunsch der Familie erfolgte 1946 die Umbettung seines Leichnams nach Saarbrücken.

DT/KNA