Missbrauchskrise: Trump verteidigt Franziskus

Der Papst gehe mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche „so gut wie nur möglich um“, meint der US-Präsident in einem Interview. Von den Vorwürfen gegen den ehemaligen Washingtoner Erzbischof McCarrick zeigt sich Trump überrascht.

US-Präsident Trump verteidigt Papst
Die jüngst ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle, so Trump, seien „eine sehr traurige Geschichte, da ich die katholische Kirche so sehr respektiere“. Foto: Alessandra Tarantino/Pool (Prensa Internacional via ZUMA)

Der US-Präsident Donald Trump hat den Umgang des Papstes mit der Missbrauchskrise in der katholischen Kirche verteidigt. Franziskus bewältige die Situation „so gut wie nur möglich“, erklärte der Republikaner in einem Interview mit dem konservativen Online-Nachrichtenportal „Daily Caller“.

Trump: "Bin überrascht von McCarrick"

Die jüngst ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle, so Trump, reichten 70 Jahre zurück und seien „eine sehr traurige Geschichte, da ich die katholische Kirche so sehr respektiere“. Zu den Vorwürfen gegen den ehemaligen Washingtoner Erzbischof und Kardinal, Theodore McCarrick, äußerte sich Trump folgendermaßen: „Ich bin überrascht von McCarrick, jeder hat ihn gekannt, einfach unglaublich, diese Dinge zu hören.“

Der US-Präsident äußerte sich weniger als zwei Wochen nachdem der italienische Erzbischof Carlo Viganò ein Schreiben veröffentlichte, in dem er Papst Franziskus schwere Vorwürfe im Umgang mit  sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche macht. Viganò zufolge habe Franziskus bereits 2013 von den Vorwürfen gegen McCarrick erfahren, jedoch nichts gegen den damaligen Kardinal unternommen. Stattdessen ernannte er ihn sogar zu seinem persönlichen Berater.

Trump konnte Benedikts Entscheidung, vom Papstamt zurückzutreten, nicht verstehen

Die Kritik an Papst Franziskus, die in den USA momentan aus verschiedenen Ecken deutlich zu hören ist, teilte Trump mit seinen jüngsten Äußerungen nicht.

2013 hatte der amtierende US-Präsident die Entscheidung des nun emeritierten Papstes Benedikt XVI. infrage gestellt, vom Papstamt zurückzutreten. „Der Papst hätte nicht zurücktreten sollen – er hätte es ausleben sollen. Es schadet ihm, es schadet der Kirche...“ Schnell zeigte er sich allerdings begeistert von Franziskus, den er als bescheidenen Mann bezeichnete, „ganz ähnlich wie ich, was wahrscheinlich erklärt, weshalb ich ihn so gerne mag.“

2016 kam es jedoch indirekt zum Konflikt zwischen den beiden, als der Papst Trumps Vorhaben, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, um Migranten davon abzuhalten, in die USA einzureisen, als nicht christlich kritisierte. Nach einer Audienz im Vatikan im darauffolgenden Jahr äußerte sich Trump jedoch wieder wohlwollend. Franziskus zu treffen sei „die Ehre seines Lebens“ gewesen.

DT/mlu

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