Mehrheit der Amerikaner gegen uneingeschränkten Zugang zu Abtreibungen

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge halten 48 Prozent der US-Bürger Abtreibungen für moralisch falsch. Das Thema ist eines der wenigen, zu denen sich die öffentliche Meinung in den letzten Jahrzehnte nicht liberalisiert hat.

Abtreibungsgegner demonstrieren in den USA
ARCHIV - Abtreibungsgegner demonstrieren am 22.01.2014 in Washington D.C., USA. (zu dpa "Abtreibung in Texas: Gesetz verlangt Beerdigung von Föten" vom 19.12.2016) Foto: Shawn Thew/EPA/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Foto: Shawn Thew (EPA)

Die Zahl der US-Amerikaner, die Abtreibung als moralisch falsch betrachten, ist größer als die Zahl derjenigen, die Abtreibungen als moralisch hinnehmbar ansehen. Das geht aus einer Umfrage des in Washington, D.C. ansässigen Meinungsforschungsinstituts Gallup hervor. Seit 2001 befragt das Institut US-Bürger zu ihrer Haltung gegenüber Abtreibung – und seitdem hat sich an dieser kaum etwas geändert.

In der jüngsten Befragung gaben 48 Prozent an, Abtreibungen für falsch zu halten, während 43 Prozent diese akzeptierten. Das Thema sei eines der wenigen in den USA, zu dem die Ansichten der Bevölkerung in den letzten zwei Jahrzehnten nicht liberaler geworden seien, so die Studie. Bei der Frage, ob sie sich als „Pro-Life“ oder „Pro-Choice“ identifizierten, waren die Befragten gespalten: Jeweils 48 Prozent sprachen sich für beide Seiten aus. In den vergangenen drei Jahren war der Anteil der „Pro-Choice“-Anhänger noch durchschnittlich drei Prozent höher gewesen als der der Lebensschützer.

Eine Mehrheit der US-Amerikaner spricht sich der Umfrage zufolge zumindest für gewisse Einschränkungen aus, was den Zugang zu Abtreibungen betrifft. So sind 50 Prozent der Meinung, dass Abtreibungen „nur unter bestimmten Umständen“ erlaubt sein sollten. Von diesen 50 Prozent gab eine Mehrheit an, dass Abtreibungen nur in selten Fällen erlaubt sein sollte.

Die Umfrage ist Teil der „Values and Beliefs Survey“. Diese führt Gallup jährlich durch. Im Rahmen der Erhebung wurden 1024 Erwachsene im Alter ab 18 Jahren per Telefon befragt. Die Fehlerspanne liegt bei vier Prozent.

DT/mlu