Kopftuchverbot: Mehr Werte- als Integrationsdebatte

Die NRW-Integrationsminiserin Serap Güler erklärt im Gespräch mit der „Tagespost“, warum sie eine Debatte um ein Kopftuchverbot bei jungen Mädchen für nötig hält und betont, dass sie das Kopftuch an sich aber nicht infrage stellen möchte.

Muslime im Unterricht
ARCHIV - ILLUSTRATION - 27.01.2009, Nordrhein-Westfalen, Hamm: Eine türkische Schülerin mit Kopftuch nimmt am Unterricht in einer Schule teil. (zu dpa: "Jung, männlich, Muslim - Lehrer vor wachsenden Herausforderungen" vom 20.02.2018) Foto: Bernd Thissen/dpa +++(c) dpa - Bildfu... Foto: Bernd Thissen (dpa)

Das Kopftuch ist keine Frage von Integration, sondern von Religiosität: Das behauptet die nordrhein-westfälische Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, im Gespräch mit der „Tagespost“. Wenn eine Frau selbstbestimmt zur Entscheidung gelange, ein Kopftuch zu tragen, müsse man das akzeptieren. „Es wäre falsch, davon auszugehen, dass das Kopftuch automatisch bedeutet, diese Frau sei nicht integriert“, so die CDU-Politikerin Güler. In Nordrhein-Westfalen löste sie mit ihrer Forderung nach einem Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eine Debatte aus. Ihr gehe es zwar nicht um eine generelle Debatte um das Kopftuch. „Wenn wir aber zunehmend Eltern haben, die ihre Kinder dazu animieren ein Kopftuch zu tragen, dann sehe ich Handlungsbedarf“, so Güler. „Es ist vielmehr eine Wertedebatte als eine Integrationsdebatte.“

Darüber hinaus betont die 37-Jährige, dass sie sich bewusst sei, dass die Kopftuchfrage bei jungen Mädchen kein Massenphänomen sei. Güler sieht aber einen Trend, der immer mehr zunehme. „Uns geht es hier um das Kindeswohl, insbesondere die freie Entfaltung der Kinder.“ Deswegen sei die Debatte überfällig gewesen. Oft heiße es, so Güler, dass man für das Kopftuch keine Regelung oder Verbote brauche, und dass ein Gespräch der Lehrer mit Eltern viel wirksamer sei. „Ich höre aber immer wieder von Lehrern, dass sie an die Eltern einfach nicht rankommen“, beklagt die NRW-Integrationsministerin. Hier müsse man nach anderen Wegen suchen, etwa durch eine Zusammenarbeit mit anderen Verbänden oder Moscheegemeinden.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 26. April.
DT