Kardinal Marx: Freiheitliche Gesellschaft muss Vielfalt tolerieren

Der Erzbischof von München und Freising sprach als Gastredner des Neubrandenburger Dreikönigsvereins.

Schwesig und Marx beim Benefiztag des Dreikönigsvereins
Manuela Schwesig und Kardinal Marx beim Benefiztag des Dreikönigsvereins. Foto: Stefan Sauer (dpa)

Kardinal Reinhard Marx hat jeder Form des Nationalismus eine klare Absage erteilt. "Der Friede ist nur zu gewährleisten, wenn wir erkennen, dass wir zu einer Menschheitsfamilie gehören", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntagabend in Neubrandenburg. Auch eine freiheitliche Gesellschaft sei nur zu erhalten, wenn sie Vielfalt toleriere. Dafür müssten sich Christen und Mitglieder anderer Religionen und Weltanschauungen gemeinsam engagieren.

Marx: "Wirtschaft und Gerechtigkeit zusammenzuführen"

Der Erzbischof von München und Freising sprach als Gastredner bei der traditionellen jährlichen Benefizveranstaltung des Neubrandenburger Dreikönigsvereins, der soziale Projekte fördert. Vor rund 600 Spitzenvertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern nannte Marx es eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, "Wirtschaft und Gerechtigkeit zusammenzuführen". Er kritisierte die negativen "politischen und sozialen Folgen eines deregulierten Kapitalismus" nach dem Ende des Kommunismus. Auch hier sei es eine Aufgabe "aller Menschen guten Willens, die soziale Marktwirtschaft erlebbar zu machen". In Europa trage Deutschland dafür eine besondere Verantwortung.

Schwesig: "Großartiges Engagement" des Dreikönigsvereins

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) würdigte bei der Veranstaltung das "großartige Engagement" des Dreikönigsvereins etwa in der Hospizarbeit. Zuvor war bekanntgegeben worden, dass der Verein zur diesjährigen Benefizveranstaltung erneut rund 60.000 Euro an Spenden erhielt. Sie werden vor allem für seine ambulante und stationäre Hospizarbeit sowie für Jugendreisen nach Israel verwendet. Der Verein ermöglichte bislang mehr als 500 Jugendlichen eine Teilnahme an den Reisen. Die Landesregierung sagte Zuschüsse in Höhe von 200.000 Euro zu für die Israelfahrten der kommenden Jahre.

Hintergrund: Benefizveranstaltungen des Dreikönigsvereins

Zu solchen Benefizveranstaltungen lädt der Dreikönigsverein seit 1992 immer am 6. Januar, dem kirchlichen Dreikönigsfest, ein. Unter den früheren Festgästen waren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck und der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow.

KNA / DT (jobo)

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