Verona

Fürstin Gloria lobt Weltfamilienkongress: „Sehr großer Erfolg“

Sie wisse nicht, was man hätte besser machen können, so Fürstin Gloria von Thurn und Taxis gegenüber der „Tagespost“ zum Weltfamilienkongress in Verona. Dass an den Gegendemonstrationen viel mehr Menschen teilgenommen hätten, sei eine falsche Darstellung der Medien.

Gloria von Thurn und Taxis verteidigt Weltfamilienkongress
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis am Rande des Weltfamilienkongresses in Verona. Dieser sei für Lebensschützer ein Pflichttermin gewesen, so die 59-Jährige. Foto: Alvise Armellini (dpa)

Viel Kritik wurde in säkularen Medien am Weltfamilienkongress in Verona laut – für Fürstin Gloria von Thurn und Taxis war die Veranstaltung jedoch ein „sehr großer Erfolg“. Von einigen Ausnahmen abgesehen habe man durch die Vorträge wertvolle Einblicke in die Förderprogramme für Familien und Kinder in Deutschlands Nachbarländern sowie die Gesetzeslage anderer kinderfreundlicher Ländern gewonnen. So äußerte sich die Fürstin, die als einzige prominente deutsche Vertreterin am Weltfamilienkongress teilnahm, gegenüber der „Tagespost“.

Gloria: Vorträge nie langweilig, Kongresssaal angenehm gekühlt

Sie wisse nicht, was man hätte besser machen können, so die Fürstin weiter. „Die Vorträge waren nie langweilig, der Kongresssaal angenehm gekühlt, das Programm abwechslungsreich. Die Medien wurden gut bedient, durften auch überall dabei sein und haben mit Salvini und Georgia Meloni sogar echte Volkstribune erlebt, wie sie bei uns gar nicht mehr vorkommen.“

Gerade die Auftritte rechter Politiker wie des Lega-Chefs Matteo Salvini oder Georgia Melonis von den „Fratelli d'Italia“ ließen die Gegendemonstranten den Vorwurf der falschen Moral erheben. Salvini hat zwei Kinder von zwei verschiedenen Frauen, Meloni ein Kind, aber keinen Mann. Dies kontert Gloria damit, dass die Veranstaltung in Verona kein „Moral, perfekte Familien und Saubermann-Kongress“ sei. Vielmehr gehe es darum, „die Politiker durch gute Argumente und Fakten davon zu überzeugen, dass es richtig ist, das Konzept ,Vater, Mutter, Kinder' statt vorgeburtlichen Kindermords zu subventionieren“.

"Die Zahlen, die in den Medien kursieren, sind falsch"

Dass auf dem Kongress innenpolitische Themen Italiens verhandelt wurden, etwa die unterschiedlichen Positionen der beiden Regierungsparteien Italiens, hat Fürstin Gloria nicht als derart dominant wahrgenommen, wie es in den Medien dargestellt wurde. „Diese Themen kamen als Polemik ja nur in den italienischen Medien vor.“ Auf der Bühne sei über Parteipolitik nur insofern gesprochen worden, als dass alle Politiker versprochen hätten, mehr Geld für Familien ausgeben zu wollen.

Neben dem Vorwurf einer politisierten Veranstaltung überwog in den Medien zudem das Bild, dass 30 000 Menschen bei der Gegendemonstration mitgezogen seien, wohingegen am Marsch für das Leben am Sonntag nur 10 000 teilnahmen. Diese Darstellung weist die Fürstin entschieden zurück: „Die Zahlen, die in den Medien kursieren, sind falsch. Es waren ca. 5 000 Gegendemonstranten und ca. 15 000 Lebensschützer, die beim Marsch durch Verona dabei waren.“ In Italien lebten die meisten „Kinder“ noch mit weit über 30 Jahren „zu Hause bei der Mama. Da mussten die Demonstranten schon von weit her angekarrt und motiviert werden“. Sie selbst habe den Marsch für das Leben dank der vielen jungen Leute, die offensichtlich auch Oma und Opa dabei gehabt hätten, als „sehr bunt und lustig“ wahrgenommen.

Kritik vom Vatikan: "Ich weiß auch nicht, was mit denen los ist"

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und auch Papst Franziskus hatten erklärt, das Anliegen des Kongresses sei richtig, die gewählte Methode jedoch falsch. Diese Ansicht kann Fürstin Gloria nicht nachvollziehen. „Weiß auch nicht, was mit denen los ist“, so die 59-Jährige. „Was für eine Methode außer gepflegte Diskussion, Debatten und friedlicher Marsch, würden die denn empfehlen?“ Für sie höre sich die Positionierung das Vatikan so an, als ob man sich diplomatischen distanzieren wolle „von den unappetitlichen Themen wie vorgeburtlicher Kindestötung und dem unmittelbar damit zusammenhängenden Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“.

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung schienen Abtreibungen mittlerweile gesellschaftsfähig geworden zu sein, beklagt die Fürstin. „Für einen ,selbsternannten' oder ,sogenannten' Lebensschützer war der Kongress daher ein Pflichttermin. Meine Erwartungen wurden erfüllt.“

DT/mlu

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