Ouagadougou

Erneut blutiger Terror gegen Christen

24 Tote bei Angriff in Burkina Faso. "Kirche in Not" in großer Sorge: Christen werden regelrecht vertrieben.

Verfolgte Christen
Bei einem Anschlag im westafrikanischen Burkina Faso sind am Sonntag mindestens 24 Menschen ums Leben. Unser Symbolbild zeigt ein zerstörtes Kreuz. Foto: Swr_Colin_Rosin (SWR)

Meldungen, wonach am Sonntag in  Burkina Faso mindestens 24 Menschen bei einer Attacke auf eine protestantische Dorfkirche im Dorf Pansi in der Provinz Yagha ums Leben gekommen seien, lassen sich so nicht bestätigen. Darauf wies das Hilfswerk „Kirche in Not“ gegenüber der „Tagespost“ hin. Eine „bewaffnete terroristische Gruppe“ habe das Dorf nahe der Grenze zum Niger überfallen, hatte es in den Meldungen unter Berufung auf Informationen von Gouverneur Salfo Kabore geheißen. Die Angreifer hätten zunächst die Dorfbewohner von Nicht-Ansässigen getrennt und dann die Dorfbewohner getötet. Unter den Toten sei auch der Pastor der protestantischen Gemeinde. 

Sie rannten um ihr Leben

Das Hilfswerk berichtete unter Berufung auf lokale Partner: „Am Sonntag, den 16. Februar, gegen 6 Uhr morgens, brach eine große Anzahl bewaffneter Personen (etwa 30 Personen) in Pansi ein, umzingelte das Dorf und begann Haus für Haus zu durchsuchen, Geld und Kleidung mitzunehmen. Danach mussten sich die Männer auf den Boden legen. In einem letzten Überlebensversuch begannen einige von ihnen zu rennen." Unter den 24  Getöteten befand sich ein  katholischer Katechet.  Eine protestantische oder katholische Kirche sei nicht angegriffen worden, unter den Toten seien aber Katholiken, Protestanten, Muslime und Anhänger der traditionellen Religion.

"Die Gefahr für Christen ist omnipräsent"

Der westafrikanische Staat Burkina Faso wird wie die Nachbarländer Mali und Niger seit 2015 immer wieder von Gewalttaten erschüttert. In den drei Staaten der Sahelzone sind Dschihadisten auf dem Vormarsch. Ein Sprecher vom „Kirche in Not“ erklärte daher gegenüber dieser Zeitung: „Die Lage in Burkina Faso betrachten wir schon seit längerem mit großer Sorge und die Gefahr für Christen ist omnipräsent. Neben Anschlägen berichten unsere Projektpartnern auch von regelrechten Vertreibungen von Christen aus ihren Heimatdörfern. Dabei weisen uns die Gesprächspartner auch darauf hin, dass die geschürten religiösen Konflikte dazu dienen sollen, das Land zu destabilisieren und einen Keil in die Bevölkerung zu treiben, in der Christen und Muslime lange Zeit in Frieden miteinander gelebt haben. Die Gefahr geht weitgehend von islamistischen Söldner aus, die aus den Nachbarländern nach Burkina Faso vordringen.“

Wer in Burkina Faso angreift und aus welchen Gründen, darüber gibt es unterschiedliche Informationen. Im Grenzgebiet von Burkina Faso und den Nachbarstaaten Mali und Niger operieren diverse Milizen und Banden. Es geht aber vor allem um Terror im Namen eines radikalen Islams. Rund 750 Menschen wurden seit 2015 in Burkina Faso getötet, etwa 600 000 Menschen flohen nach UNO-Angaben vor der Gewalt. Die Armee ist schlecht ausgebildet und ausgerüstet – und den Terroristen bislang nicht gewachsen. 

DT/chp

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