Berlin

Dringend nötig: Werbeverbot für Abtreibungen

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass es ein Werbeverbot für Abtreibungen braucht, so wurde er spätestens jetzt erbracht: vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten.

Bettina Gaber und Dr. Verena Weyer vor dem Amtsgericht Tiergarten
Die Ärztinnen Bettina Gaber (l) und Dr. Verena Weyer vor dem Amtsgericht Tiergarten. Foto: Paul Zinken

Am vergangenen Freitag verurteilte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten die beiden Ärztinnen Bettina Gaber und Verena Weyer, wegen des Verstoßes gegen den Paragrafen 219a Strafgesetzbuch zu einer Geldstrafe von jeweils 2 000 Euro. Die 56 und 52 Jahre alten Frauen hatten sich geweigert, den Satz: „Auch ein medikamentöser, narkosefreier Schwangerschaftsabbruch in geschützter Atmosphäre gehört zu unseren Leistungen“ von der Homepage ihrer Gemeinschaftspraxis zu entfernen.

Schwangerschaft ist keine Krankheit

Weil in einer freien und offenen Gesellschaft niemand gezwungen werden kann, mehr als eine Gehirnzelle in Betrieb zu nehmen, fehlte es anschließend auch nicht an Stimmen, die in diesem Satz gar keinen Verstoß gegen das Werbeverbot für Abtreibungen erblicken wollten. Dabei kann es sich bei diesem schon deshalb nicht um seriöse Information handeln, weil die Abtreibungspille gar kein Medikament, sondern ein tödlich wirkendes chemisches Präparat ist. Wäre es anders, wäre Schwangerschaft eine Krankheit und das ungeborene Kind ein Krankheitserreger, der bekämpft werden muss.

Tagespost-Bioethik-Experte Stefan Rehder über das Urteil gegen die Ärztinnen Bettina Gaber und Dr. Verena Weyer. Seine erhellende Analyse finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 19. Juni 2019. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

DT/jobo