Merseburg

Debatte um AfD-Werbung mit Christus

„Gott will es! - AfD stärkste Partei im Osten“: So wirbt der AfD-Kreisverband Saalekreis aus Sachsen-Anhalt. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.

Debatte um Verhältnis zwischen AfD und Kirche
In der Vergangenheit wurde bereits darüber gestritten, ob ein AfD-Vertreter am Katholikentag teilnehmen dürfe. Schließlich nahm der kirchenpolitische Sprecher der Partei, Volker Münz, teil. Foto: Markus Scholz (dpa)

Die AfD ist die deutsche Partei, die in den Sozialen Netzwerken dominiert. Rund 85 Prozent aller Beiträge von Parteien, die dort weiterverbreitet werden, stammten von der AfD, hat Trevor Davis, ein amerikanischer Medienwissenschaftler von der George-Washington-Universität, herausgefunden.

"Einfach nur abstoßend" hießt es von Seiten der Evangelischen Kirche

Ein Beispiel dafür, wie die AfD Aufmerksamkeit für ihre Beiträge erzeugt, lieferte ein Posting des AfD-Kreisverbandes Saalekreis aus Sachsen-Anhalt: Zu sehen ist eine Christus-Statur, darüber in großen Lettern: „Gott will es!“ - AfD stärkste Partei im Osten.“ Dazu ein Bibelzitat aus dem Johannes-Evangelium: „Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“ Schließlich der Kommentar des Kreisverbandes dazu unter dem Bild: „Ostersonntag: Die Auferstehung! Keine Amtskirche und keine verstaubten Kleriker tragen das Wort Gottes nach außen. Nur die Zeichen sind es, welche davon zeugen, was Gott will: AfD stärkste Partei im Osten!“

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: „einfach nur abstoßend“, hieß es bei der Evangelischen Kirche. Und der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg (CDU), stellte grundsätzlich fest, zwar gäben Laien oder Priester seitens der Kirche glücklicherweise eigentlich keine Wahlempfehlungen mehr ab, aber man müsse bekennen, dass radikale Parteien von rechts und links eine Gefahr für die Demokratie darstellten. Deswegen sei davon abzuraten, „einer rechtspopulistischen Partei wie der AfD“ bei der Europawahl die Stimme zu geben.

Nächste Runde der Diskussion über das Verhältnis von AfD und Kirche

Damit geht die Diskussion darüber, wie das Verhältnis zwischen Kirche und AfD aussehen soll, in die nächste Runde. In der Vergangenheit wurde etwa darüber gestritten, ob ein AfD-Vertreter am Katholikentag teilnehmen dürfe. Volker Münz, der kirchenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, war der Vertreter, der letztlich eingeladen worden ist. Der Protestant, der früher viele Jahre der CDU angehört hat, bemüht sich auf der Arbeitsebene um ein sachliches Verhältnis zu den kirchlichen Vertretern in der Hauptstadt.

Wie Volker Münz die umstrittene Werbeaktion seiner Partei beurteilt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 02. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT