Colombo

Christen in Sri Lanka: Permanent unter Verfolgung

Anschlagsserie auf Ausländer und Christen in Sri Lanka mit über 300 Toten trauriger Höhepunkt der Christenverfolgung.

Gedenken an die Opfer der Anschläge in Sri Lanka
Christen trauern nach der furchtbaren Anschlagsserie in Sri Lanka. Foto: Eranga Jayawardena (AP)

Die offenbar koordinierten Anschläge auf Ausländer und Christen in Sri Lanka mit über 300 Toten sind ein Angriff auf die christliche Kultur.

Religiös motivierter Nationalismus

Doch nicht erst seit Ostern stehen die etwa zwei Millionen Christen des Landes stehen permanent unter Verfolgung. Den Hauptgrund benennt das christliche Hilfswerk Open Doors: „religiös motivierter Nationalismus“. Von allen Singhalesen werde erwartet, dass sie Buddhisten sind. „Deswegen werden nicht nur Christen aus der ethnischen Minderheit der Tamilen als Bürger zweiter Klasse behandelt, sondern auch singhalesische Christen misstrauisch beäugt und regelmäßig beleidigt und angegriffen“, so Open Doors.

Angriffe auf Gottesdienste

Beispielhaft schildert Open Doors einen Angriff auf eine Kirche am 9. September 2018. Damals stoppte „eine Gruppe von etwa 100 Menschen“ einen Gottesdienst in Beliatta im Bezirk Hambantota. „Die Angreifer beschädigten ein Fenster sowie zwei vor der Kirche geparkte Motorräder und entfernten religiöse Symbole, die an der Eingangstür angebracht waren. Einige drangen in das Grundstück ein und drohten, den Pastor und seine Familie zu töten. Sie verlangten, dass die Christen aufhören sollten, Menschen zum Gottesdienst zusammenzubringen, und forderten sie auf, das Dorf zu verlassen“.

Sri Lanka: Rang 46 im Weltverfolgungsindex

Im Open Doors-Weltverfolgungsindex 2019 liegt Sri Lanka auf Rang 46, nach Platz 44 im Vorjahr. Nach den gezielt auf u.a. Kirchen gerichteten Anschlägen in der Osternacht – dem höchsten christlichen Fest – wird sich Sri Lanka in der unrühmlichen Liste der 50 führenden Christenverfolgerstaaten sicher wieder nach oben bewegen.

Friedfertigkeit als Antwort

Unterdessen befürchtet die Gemeinschaft Sant’Egidio ein Wiederaufflammen der Konflikte in Sri Lanka. Sie „verurteilt aufs Äußerste alle, die solche mörderischen Pläne gegen unschuldige und wehrlose Menschen, die zum Gebet versammelt sind, in Auftrag geben. Diese blinde Gewalt verfolgt allein das Ziel, Schrecken zu säen und das Netzwerk des Zusammenlebens zu untergraben“, so Sant’Egidio. Das friedfertige Leben der Christen bleibe „die wichtigste Antwort auf den, der Hass und Spaltung säen will“. Dabei komme es jetzt darauf an, die Christen in Sri Lanka „nicht allein zu lassen“.

DT (jobo)

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