CDU-Politiker fordert Schutz für Asia Bibi in Deutschland

Aus dem hoffnungsvollen Urteil für mehr Religionsfreiheit sei eine „dramatische Hiobsbotschaft“ geworden, meint der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand.

CDU-Politiker fordert Asyl für Asia Bibi in Deutschland
„Obwohl die obersten Richter Asia Bibi Freiheit zugesprochen haben, ist ihr Leben jetzt auf das Höchste bedroht. Es ist Gefahr in Verzug", meint der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand. Foto: Shahzaib Akber (EPA)

Die in Pakistan unrechtmäßig inhaftierte Christin Asia Bibi erhält weitere Unterstützung aus Deutschland. Der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand, forderte Schutz für Bibi in der Bundesrepublik. „Obwohl die obersten Richter Asia Bibi Freiheit zugesprochen haben, ist ihr Leben jetzt auf das Höchste bedroht. Es ist Gefahr in Verzug", sagte der Politiker in Berlin.

Hoffnungsvolles Urteil wird zur "dramatischen Hiobsbotschaft"

Nachdem das Oberste Gericht Pakistans das Todesurteil gegen die 47-jährige Katholikin Asia Bibi vergangenen Woche aufgehoben hatte, war es zu erheblichen Protesten radikaler Islamisten gekommen. Die Regierung beugte sich dem Druck und einigte sich mit der islamistischen Partei Tehreek-e-Labaik darauf, einen Berufungsprozess gegen Bibi zuzulassen.

Aus dem hoffnungsvollen Urteil für mehr Religionsfreiheit sei eine „dramatische Hiobsbotschaft“ geworden. Trotz Aufhebung des Todesurteils wollten radikale Islamisten Bibi wieder in der Todeszelle sehen. „Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können“, so Brand.

Missio Aachen fordert ebenfalls Einschreiten der Bundesregierung

Zuvor hatte bereits das internationale katholische Hilfswerk missio Aachen die Forderung an die Regierung gerichtet, sich für Freiheit, Sicherheit und Ausreisemöglichkeit Asia Bibis einzusetzen. Zudem stellte das Hilfswerk Bürgerinnen und Bürgern Brief- und E-Mail-Vorlagen für eine Petition an Bundeskanzlerin Merkel zur Verfügung.

Der Religionswissenschaftler und Experte für Minderheitenrechte Waheed Yousuf hatte der pakistanischen Regierung im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ Mutlosigkeit vorgeworfen.

Asia Bibi erste katholische Frau, die in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde

Die Pakistani Asia Bibi ist die erste katholische Frau, die in Pakistan wegen Gotteslästerung angeklagt und zum Tode verurteilt wurde. Ihr wurde vorgeworfen, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Nach der Verurteilung im Jahr 2010 wurde das Todesurteil 2014 bestätigt, im Jahr darauf jedoch vorläufig ausgesetzt.

Im islamisch geprägten Pakistan gilt Blasphemie als Verbrechen, das mit der Todesstrafe geahndet wird. Die Auslegung des Begriffs fällt in der Praxis jedoch oft sehr weit aus. So gelten bereits abfällige Äußerungen zum Islam oder dem Koran und dem Propheten Mohammed als blasphemisch. Kritiker erheben immer wieder den Vorwurf, die Blasphemiegesetze würden ausgenutzt, um persönlichen Feinden zu schaden.

DT/mlu

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