CDU-Politiker Bosbach: „Tod hat nicht das letzte Wort“

Er gehöre zu denen, für die die christliche Botschaft eine wirklich frohe Botschaft ist, und keine deprimierende, so de langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach.

Wolfgang Bosbach über seinen Glauben
"Hier unten so leben, dass man oben noch reinkommt", lautet das Motto des selbsterklärten rheinischen Katholiken Wolfgang Bosbach. Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

Der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach glaubt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Er sei gespannt, aber auch gleichzeitig entspannt, so der 66-Jährige im Gespräch mit dem Kölner Domradio. „Ich gehöre zu denen, für die die christliche Botschaft eine wirklich frohe Botschaft ist - keine traurige, deprimierende“, erklärte Bosbach, der an einer Krebserkrankung leidet. Aus diesem Grund hatte er sich 2017 aus dem aktiven politischen Leben zurückgezogen.

Bosbach sieht sich als "eine Art rheinischer Katholik"

Sich selbst sieht Bosbach als „eine Art rheinischer Katholik: Hier unten so leben, dass man oben noch reinkommt“. Zwar hadere man auch mit dem lieben Gott, wenn man eine Diagnose bekomme wie er, so der Vater von drei erwachsenen Töchtern. Nach menschlichem Ermessen sei mit Heilung nicht mehr zu rechnen; es gehe nur noch um Lebensqualität und Lebensverlängerung. „Dann fragt man sich: Womit hast du das verdient?“ Gleichzeitig suche er Trost und Kraft in Gott und im Glauben. „Das ist das Zwiespältige. Es ist im Grunde beides zur gleichen Zeit.“

Bosbach: Debatten im Bundestag waren früher schärfer

Auf die Frage, ob sich das Klima in der deutschen Politik verändert habe, seit die AfD im Bundestag sitzt, meinte Bosbach, dass die Debatten früher schärfer als heute gewesen seien. Gleichzeitig habe sich das Klima durch den Einzug der AfD tatsächlich nicht entspannt, sondern eher weiter angespannt. „Was allerdings auch daran liegt, dass die AfD auch davon profitiert, wenn in gleicher Härte zurückgeschlagen wird.“ Dies sei genau das, worauf die Partei warte. Stattdessen empfiehlt Bosbach, sich im Umgang mit der AfD an das Motto „hart in der Sache, moderat in der Art“ zu halten.

DT/mlu

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